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Leverkusen
Opladens musikalischer Herzschlag stolpert

Das Glockenspiel gehört zu Opladen
Leverkusen. Schon vor seiner Einweihung am 18. Dezember 1982 - also vor fast 35 Jahren - sorgte das Opladener Glockenspiel mit den 18 Bronze-Glocken für Widersprüche. Im Grunde ist es bis heute so geblieben. Von Gabi Knops-Feiler

Toni Blankerts, Ur-Opladener und Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV), sagt, er denke nicht, dass es außer dem Bergischen Heimatlied eine weitere Melodie gebe. Dem wiederspricht der Musiker Peter Türschmann: "Ich weiß zwar nicht genau, welche Melodie täglich um 15 Uhr gespielt wird. Aber es ist nicht die 'Bergische Nationalhymne'."

Sechs Reliefplatten mit unterschiedlichen Motiven drehen sich definitiv um 12 und 18 Uhr zum Heimatlied. Zu sehen sind das Opladener Stadtwappen mit dem bergischen Wechselzinnbalken sowie bedeutende Persönlichkeiten der Opladener Geschichte, beschrieb Blankerts im Buch "Vom Taler zum Euro": Ritter Euirhardus Upladhin, Erzbischof Engelbert von Berg, Vinzenz Deycks, Johann Stephan Krey und Vinzenz von Zuccalmaglio, genannt Montanus.

Zum Start kamen hunderte Opladener. Eigentlich sollte das Wahrzeichen an der Fassade des Eckhauses Birkenberg-/Kölner Straße angebracht werden. "Wir wurden uns mit dem Besitzer des Hauses nicht einig", erinnerte sich Günter Klunder, verantwortlicher Architekt, der das Projekt mit Künstler Waldemar Erdmann und Maler Hans Hild realisierte. Deshalb wurde es am Gebäude der Sparkasse Opladen montiert. In deren Eigentum ging das Glockenspiel inzwischen über. Und das Geldinstitut übernimmt die Wartungskosten des niederländischen Herstellers Royal Eijsbouts aus Asten (Nahe Eindhoven).

Zur Premiere zitierte Heinz Schonauer, einstiger RP-Chef, den letzten Opladener Bürgermeister und einstigen Bezirksvorsteher Bruno Wiefel: "Das Glockenspiel ist nicht nur eine Attraktion für den Stadtteil, sondern eine Bereicherung für die gesamte Stadt Leverkusen." Kurz darauf bahnte sich Lothar Rückert als "Ritter Upladhin" hoch zu Ross einen Weg durch die Menge. Sein Plädoyer schloss er mit dem Schiller-Zitat: "Friede sei ihr erst Geläut." Doch: Kaum jemand erkannte spontan die Hymne. Laut Firma handelte es sich um einen "leicht zu behebenden Schönheitsfehler". Offenbar ist er bis heute nicht völlig behoben. Denn das Lied klingt in der ersten Strophe nicht korrekt. "Das C im vierten Takt der Melodie fehlt", analysierte der Kenner, "da, wo es im Text heißt die Nach-ti-gall singt". Es sei, als ob ein Herz kurz stolpern würde, so Türschmann. Nur wer genau darauf achtet, hört den Makel. Es scheint, als hätten sich die meisten Bürger damit abgefunden.

Quelle: RP
 
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