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Leverkusen
Orchester will klassische Musik populärer machen

Leverkusen. Das Orchester "L'arte del mondo" mit Sitz in Leverkusen hat Ideen für Konzertprojekte vorgeschlagen: Eine Sommerakademie für Barockmusik, Kinderkonzerte und ein vierteiliges Konzertabo. Von Monika Klein

Der städtische Betriebsausschuss KulturStadtLev (KSL) begrüßte bei seiner jüngsten Sitzung die Ideen einstimmig und beauftragte die Verwaltung, nach Möglichkeiten der Umsetzung zu suchen.

Glücklich sind alle über die Professionalität des von Werner Ehrhardt geleiteten Orchesters für Alte Musik, das mit Weltstars wie Daniel Hope, Edita Guberova oder Simone Kermes arbeitete und auf Gastspiele in ganz Europa, Amerika oder China zurückblicken kann. Einziger Knackpunkt ist die Finanzierung. Die müsste durch Sponsorengelder oder Fördermittel gesichert werden.

Erstmals war ein Leiter von Bayer Kultur zu Gast in einem KSL-Ausschuss. Thomas Helfrich betonte, dass auch er eine Zusammenarbeit von "L'arte del mondo" mit beiden Leverkusener Kulturanbietern sinnvoll findet. Keine Eifersüchteleien also zwischen KSL, in deren Programm "L'arte del mondo" zuerst vertreten war, bevor Bayer Kultur das Ensemble vor fünf Jahren als "Orchester in Residence" unter seine Fittiche nahm und (zunächst) für sich beanspruchte.

Im Gegenteil soll der dritte Punkt auf Werner Ehrhardts Projektideen-Liste sogar beide Seiten vereinen. Und zwar in einer vierteiligen Konzertreihe mit zwei Aufführungen im Erholungshaus im Programm von Bayer Kultur, einem Kammerkonzert bei KSL im Schloss Morsbroich und einem Konzert beim Altenberger Kultursommer, dessen künstlerischer Leiter Ehrhardt ebenfalls ist. "Gerade in einer Stadt wie Leverkusen ist es wichtig, Identifikation zu schaffen, das Gefühl, an diesem Platz zu wohnen", begründet der Orchester-Leiter, der selbst mit seiner Familie in Leverkusen lebt. "Und wir können stolz sein auf das, was in dieser Stadt entsteht."

Weil die Fähigkeit, klassische Musik zu verstehen und zu begreifen, kultureller Bildung bedarf, will das Orchester auch dazu einen Beitrag leisten. In der nächsten Saison könnte man mit vier Programmen für zwei Altersklassen starten. Einerseits Kammermusik für Schwangere und Kinder bis zu einem Jahr, andererseits Musik mit Erzählungen und Geschichten für Kids bis sechs Jahre.

Außerdem will Ehrhardt die Barockakademie, die letzten Sommer erstmals in der Musikschule stattfand, zur regelmäßigen Einrichtung machen. In Workshops haben junge Leverkusener Instrumentalisten die Chance, mit den professionellen Musikern von "L'arte del mondo" Konzertliteratur zu erarbeiten und dabei unter anderem historische Spieltechniken kennenzulernen. Die Idee ist eine einwöchige Sommerakademie in Kooperation mit der Musikschule, an deren Ende ein Konzert steht.

Quelle: RP
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