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Leverkusen
Osterferiencamp als Schule der Zukunft

Leverkusen: Osterferiencamp als Schule der Zukunft
Haben sichtlich Spaß: Lehrer und zdi-Organisator Peter Theobald (li.) und Dozent Michael Löhe (re.) mit den Schülern Eva und Daniel. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Derzeit läuft erstmalig ein vom zdi-Netzwerk angebotenes Camp in der Gesamtschule Schlebusch. Die Nachfrage ist groß. Motive für's Mitmachen gibt es viele. Von Patrick Scherer

Daniel geht fremd - nicht etwa seiner Freundin. Nein, der Zwölfjährige nutzt die Osterferien, um in eine andere Schule zu gehen. Eigentlich besucht Daniel die siebte Klasse am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Lützenkirchen. Doch seit gestern fährt er eine Woche lang jeden Morgen zur Gesamtschule nach Schlebusch und nimmt dort am Osterferiencamp teil. "MINT fasziniert mich immer", sagt Daniel. MINT setzt sich aus den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zusammen. Auf den Bereich konzentriert sich das kostenfrei angebotene Camp, das vom im Vorjahr gegründeten zdi-Netzwerk cLEVer (Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation) organisiert wird.

54 Schüler haben sich angemeldet. "In der Tourismusbranche hieße das: Wir sind überbucht", sagt Michael Wilde vom Kommunalen Bildungsbüro Leverkusen. Die Veranstaltung war auf 50 Teilnehmer ausgelegt. Die außerhalb des Camps angebotenen Workshops - wie zum Beispiel der Bau eines Metallflugzeugs mit Solarpropeller bei Federal Mogul in Burscheid - mussten wegen der großen Nachfrage teilweise doppelt angeboten werden. Insgesamt 130 Schüler stillen somit während der Ferien ihren Wissensdurst. Daniel erklärt, warum er lieber lernt als zu Faulenzen: "In der Schule habe ich manchmal keine Lust auf den Physik-Unterricht. Da geht alles nach Formeln, aber hier kann ich selbstständig arbeiten. Das macht einfach mehr Spaß." Und so programmiert er derzeit unter Anleitung eines Dozenten ein "Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Spiel" auf dem PC. "Diese Projektschienen sind die Zukunft des Schulsystems", sagt Peter Theobald, Lehrer an der Gesamtschule Schlebusch und zdi-Organisator des Camps. "Wir schlagen viele Fliegen mit einer Klappe."

Neben dem "Lernen macht Spaß"-Effekt und dem damit zusammenhängenden Entgegensteuren gegen den Fachkräftemangel werden auch die Eltern entlastet. Berufstätige Mütter und Väter müssen sich von 8 bis 16 Uhr nicht mit einem Betreuungsproblem herumplagen. "Für viele Eltern ist es dann auch wichtig, dass die Kinder voll verpflegt werden", betont Wilde. Dafür sorgt die pronova Betriebskrankenkasse. 1000 Euro spendete das Unternehmen für Essen und Getränke des Camps.

Das Projekt wird auch von der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der beruflichen Orientierungsphase unterstützt. Allerdings werden aus diesem Fond nur die Betreuer für Kinder ab der achten Klasse bezahlt. Und das auch nur mit einem extrem bürokratischen Aufwand, laut Theobald. "Wir wollen aber generell Kinder von zwölf bis 16 Jahren unterstützen." "Deshalb haben wir auch Kinder aus Klassen darunter dabei." Hierfür braucht das zdi-Netzwerk das finanzielle Engagement regionaler Unternehmen. "Da läuft es noch nicht so, wie wir uns das vorstellen", sagt Theobald. Er hofft in dieser Hinsicht auf Besserung. In den kommenden Jahren will er das Camp ausbauen. Sein Ziel: Eine Auslandreise mit den Kindern nach Österreich oder Spanien, um dort vor Ort Technikprojekte umzusetzen. "Sie sollen auch ein echtes Ferienerlebnis haben", sagt Theobald.

Quelle: RP
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