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Leverkusen
Parkplatz-Notstand an den P+R-Plätzen

Leverkusen. Heute werden wieder etliche Autofahrer verzweifelt nach einem Parkplatz an Leverkusener S-Bahnhöfen oder an der Straßenbahnlinie 4 (Waldsiedlung) suchen, wo die Parknot besonders groß ist - sogar für das Abstellen von Fahrrädern. Von Ulrich Schütz

Wer morgens zu spät mit dem Auto zur Endstation der Straßenbahnlinie 4 kommt, hat selbst in den Ferienzeiten Pech: Die legalen Parkplätze sind schnell belegt, selbst in den nahen Straßen der Waldsiedlung. Dutzende Fahrer machen kurzen Prozess: Sie stellen ihren Pkw auf dem Grünstreifen neben der Landstraße 51 ab. Ein gefährliches Manöver. Auf dem Stück zwischen Leverkusen und Köln-Dünnwald ist Tempo 70 erlaubt. Da heißt es: Aufpassen beim Aussteigen. Zudem ähneln die Grünstreifen teils einem frisch gepflügten Acker, auf dem mancher Autofahrer nach Regenfällen schon steckenblieb.

Eine Erweiterung der P&R-Plätze werde geprüft, teilte die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit. Das kann dauern. Leicht ist es ohnehin nicht, ringsherum ist Landschaftsschutzgebiet. Und: Gleich zu Beginn von Dünnwald gibt es in der Regel meist freie Parkplätze. Allerdings: Im Sinne der Umweltstrategie sollen Autofahrer möglichst früh auf Straßenbahn oder Bus umsteigen.

Gleich neben der Straßenbahn-Endstation liegt eine kleine Stichstraße des Nittumer Weges. Hier gilt absolutes Halteverbot. Warum darf dort nicht geparkt werden? Das Straßenstück ist 30 Meter lang und über fünf Meter breit: "Die Fläche wird zum Wenden der Fahrzeuge benötigt", schreibt die Stadt. Bürgermeister Bernhard Marewski (CDU), der in der Waldsiedlung wohnt, sieht trotzdem eine Nutzungsmöglichkeit: In der Stichstraße könnte die Stadt Fahrradstellplätze und Fahrradboxen aufstellen, dafür reiche die Fläche allemal.

Tatsächlich beantragt jetzt die Ratskoalition aus CDU, Grünen und Opladen Plus eine Verbesserung der Abstellmöglichkeiten für Fahrräder: "Der Bedarf ist extrem hoch." Und wenn noch mehr Fahrgäste aufs Rad umstiegen, entspanne sich auch die Situation auf den Pkw-Parkplätzen.

Ausreichend Parkplätze wünschen sich auch die Bahnfahrer, die am S-Bahnhof Rheindorf parken wollen. Selbst in den Ferien sind die legalen Stellplätze meist dicht, wer falsch parkt, hat schnell ein Knöllchen. Letztmals wurden der Parkbereich vor zehn Jahren um zwölf Stellplätze erweitert. Das reicht bei weitem nicht: "Eine größere Anzahl war aufgrund der benötigten Flächen für den ÖPNV (Busse) und Leitungsträger nicht möglich", meinen jedenfalls Stadtvertreter.

Dabei drängen sich einige Flächen vor dem Bahnhof geradezu auf als Parkplatz genutzt zu werden: etwa die Mittelinsel in der Buswendeschleife, eine triste, kurz gemähte und ökologisch wertlose Fläche, auf die Dutzende Pkw passen. Auch entlang der Fahrbahnen wäre ausreichend Platz für Stellflächen. Die Stadtvertreter sehen dies anders, verweisen auf Bodenprobleme und die fehlende Zuständigkeit: "Das wurde in der Vergangenheit bereits überprüft, dort liegen u.a. aber topografische Schwierigkeiten vor. Darüber hinaus befindet sich die Zufahrtsstraße in der Baulast des Landesbetriebes Straßenbau." (Hier muss ein Kommentar erlaubt sein: Landesbetrieb und Stadt wollen die A1 neu bauen und schaffen die kleinen Probleme in Rheindorf nicht?).

Nicht an allen nahen Bahnhöfen ist es so beengt: An der S-Bahn-Station Küppersteg findet sich auch tagsüber relativ oft noch ein Plätzchen, am S-Bahnhalt Leverkusen Chempark sowieso, weil es dort noch die ehemaligen, heute zu großen Bayer-Parkplätze gibt. In Schlebusch, Wiesdorf und vor allem in Opladen ist morgens aber schnell alles zu. Die Stadt signalisiert zumindest für Opladen und Wiesdorf Verbesserungen: Eine P+R-Anlage werde bei der "Rahmenplanung Wiesdorf" überprüft, heißt es aus dem Rathaus. Das dürfte ein paar Jahre dauern.

Für Opladen dagegen sind zusätzliche Parkplätze in Sicht: Im Zuge des großen Umbaus am Bahnhof Opladen mit der Verlagerung der Gütergleisstrecke sind neue P+R-Plätze in Planung, denn solche Anlagen sind nach städtischer Strategie "neben Carsharing, Fahrradverleihsystemen, ÖPNV- und Radverkehrsförderung etc. ein Baustein für ein zukunftsfähiges Mobilitätsmanagement".

Quelle: RP
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