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Leverkusen
Pendler fürchten dunklen Bahn-Parkplatz

Leverkusen: Pendler fürchten dunklen Bahn-Parkplatz
Ein Blick über den einsamen Übergangsparkplatz am Bahnhof Opladen, an dem jede Beleuchtung fehlt. Im Dunkeln kann dies ein unheimlicher Ort sein.
Leverkusen. Berufstätige, die ihr Auto am Opladener Bahnhof abstellen, müssen derzeit auf einen nicht beleuchteten Schotterparkplatz ausweichen. Frauen fürchten sich auf dem Gelände vor Übergriffen. Die Bahn will nun handeln. Von Sebastian Fuhrmann

Karin Schoob arbeitet in Opladen und parkt ihren Wagen jeden Morgen an der selben Stelle: auf dem während der Umbauarbeiten übergangsweise eingerichteten Parkplatz gleich zwischen den Güter- und Personengleisen am Opladener Bahnhof. Vom Fußgängertunnel aus gesehen, der unter den Gleisen durchführt, liegt der Parkplatz gleich hinter dem Taxistand. Kurzum: mitten im Nirgendwo.

Das macht den Parkplatz für Pendler insbesondere in den Abendstunden zu einem unangenehmen Ort. Lampen gibt es für den Parkplatz keine. Mit der Dämmerung wird es dort zappenduster. "Das ist schon komisch", beschreibt Karin Schoob das mulmige Gefühl, das vor allem viele Frauen beschleicht, wenn sie abends nach der Arbeit völlig allein im Dunkeln über den Parkplatz müssen. "Meine Arbeitskollegin ist hier abends schon einmal mit der Taschenlampe hergegangen. Ich habe das Glück, dass ich noch im Hellen Feierabend habe."

Um dieses Gelände geht es: den Parkplatz nahe Bahnhofsbrücke, neben dem ehemaligen, inzwischen abgerissenen Güterabfertigungshallen. FOTO: Fuhrmann

Zuständig für das Gelände sind die Deutsche Bahn und die Stadt Leverkusen. "Ich kenne das Problem", sagte ein Bahnsprecher gestern auf Anfrage unserer Redaktion. Warum bislang aber nichts geschehen ist, darauf gab er keine Antwort. Denn das Problem der Dunkelheit am Opladener Bahnhof ist nicht erst seit der Zeitumstellung aktuell; unter der Woche stehen bis in die späten Abendstunden Autos auf dem Parkplatz.

Stadt und Bahn haben nun eine zeitnahe Lösung für das Problem angekündigt. Heute treffen sich Vertreter der an den Bauarbeiten beteiligten Akteure zu einer einmal im Monat stattfindenden Gesprächsrunde, dem "Bahnstadt-Mittwoch". "Wir besprechen dann auch, wie eine Beleuchtungslösung technisch umzusetzen wäre", sagte der Sprecher. "Wir werden uns das Problem genau ansehen." Das ist das Versprechen. So mancher wird da sagen: besser spät als nie.

Dem Polizeipräsidium Köln ist der Bahnhof Opladen (noch) nicht als Kriminalitätsschwerpunkt bekannt. "Bei den Fallzahlen bewegen wir uns im unteren zweistelligen Bereich", sagt Christoph Gilles, Sprecher der Polizei Köln. Dafür, dass das so bleibt, gibt es aber keine Garantie. Erst recht nicht, wenn es Verbrechern durch fehlende Beleuchtung leicht gemacht wird. Technisch sollte es kein Problem sein, auf dem abgelegenen Gelände zumindest provisorisch Licht für die Abendstunden zu schaffen. Immerhin stehen zwischen Bahnallee und Personengleisen Container für die Bauarbeiter. Und wo gearbeitet wird, da gibt es auch Strom.

Der Polizeisprecher kann die Sorgen der Frauen, die im Dunkeln allein über den Parkplatz müssen, nachvollziehen. "Wir raten natürlich dazu, die Polizei zu alarmieren, wenn man etwas Verdächtiges bemerkt", sagt er. Oft sei die an einem Ort gefühlte Gefahr aber größer als die reale Bedrohung. Ein Bahnsprecher sagte gestern: "Bei uns hat sich noch kein Reisender gemeldet. Es hängen ja Schilder mit Telefonnummern an der Baustelle. Wir hätten uns gewünscht, dass die Leute direkt zu uns kommen."

Quelle: RP
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