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Leverkusen
Pianist begeistert zum Saisonende

Leverkusen. Mit Lars Vogt konnte Bayer-Kultur für den Abschluss der Spielzeit 2015/2016 einen richtigen Weltstar ins Erholungshaus locken. Es wunderte nicht, dass der Saal sehr gut gefüllt war und die Zuschauer gespannt auf den Pianisten warteten. Am Wochenende präsentierte Vogt die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach. Von Tobias Falke

Wie es genau zu diesen Variationen kam und welche Ideen von Bach dahintersteckten, wird man wohl nie völlig erhellen können. Auch die Entstehungszeit des Werkes ist unbekannt. Viele Experten vermuten, dass es Mitte des 18. Jahrhunderts für den russischen Gesandten Hermann Carl von Keyserlingk am Dresdner Hof entstand. Der in dessen Diensten stehende Cembalist Johann Gottlieb Goldberg, ein hochbegabter Schüler Bachs, sollte dem Grafen daraus vorspielen.

Das Spätwerk aus Bachs letzter Schaffensperiode wirkte damals recht altmodisch. Doch Lars Vogt schaffte es, die Zuhörer im Erholungshaus in seinen Bann zu ziehen und zu zeigen, dass die Variationen neu interpretiert immer noch hochaktuell sind.

Die ersten Variationen nach der eröffneten Aria waren klar und frisch mit eleganten Rundungen. Besonders durch seine Klarheit und Offenheit zeigte Vogt, wie wichtig ihm diese Goldberg-Variationen sind, die er seit 15 Jahren einstudierte. Die eingestreuten Verzögerungen zeigten die Empfindsamkeit des Interpreten.

Auch die anschließende Klaviersonate Nr. 32 op. 111 von Beethoven passte perfekt zu dem virtuosen Abend. Die wuchtige Eröffnung war ein Gegensatz zum bis dahin Gehörten, aber ohne eine Satzunterbrechung folgte auch hier eine fantasievolle Reise.

Die Zuhörer dankten dem Pianisten nicht nur durch langen Applaus und vorausgegangener, vor Spannung knisternder Stille. Bereits während des Konzerts waren viele Besucher zu sehen, die ihre Augen geschlossen hatten und sich mit einem leichten Lächeln im Gesicht der Musik Vogts hingaben.

Lars Vogt hat bereits mit sechs Jahren mit dem Klavierspielen angefangen. Der 46-jährige hat sich mittlerweile als einer der führenden Pianisten seiner Generation etabliert und ist aktuell der Künstlerische Leiter der Royal Northern Sinfonia in Newcastle England. 1998 gründete er sein Festival "Spannungen" in Heimbach in der Eifel, das sich innerhalb kürzester Zeit zu einem wichtigen Ort anspruchsvoller Kammermusikkonzerte entwickelte. Des Weiteren ist er der Initiator des Schulprojekts "Rhapsody in School", das zu einem sehr angesehenen Bildungsprojekt in ganz Deutschland geworden ist.

Quelle: RP
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