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Leverkusen
Politik will Berufskollegs aufwerten

Leverkusen. Viele Jahre lang war das Autohaus von Willy Junker an der Rennbaumstraße eine gute Adresse für Kunden aus Leverkusen und dem Umland. Vor zwei Jahren starb der Firmenchef, seinen Betrieb mitsamt Werkstatt hatte er schon einige Zeit zuvor aufgegeben. Von Peter Korn

Seitdem steht das Gelände leer, die Gebäude sind aber immer noch vorhanden. Und auf einmal sieht es so aus, als könne das brachliegende Grundstück womöglich doch noch einer interessanten Nutzung zugeführt werden. Im Gespräch ist eine Berufsschul-Lehrwerkstatt für angehende Kfz-Mechatroniker, da die bisherige Kollegschul-Werkstatt zu eng bemessen ist.

Möglich machen könnte es ein Vorstoß von CDU, OP plus, Grünen und der FDP, die gemeinsam die Berufsschul-Landschaft in Leverkusen fit für die Zukunft machen wollen (wir berichteten). Und der Ziele wie auch Kostenfragen deutlich weiter fasst, als bisherige Überlegungen von Verwaltungsseite.

Das acht Punkte umfassende Programm will vor allem geprüft wissen, ob es möglich ist, die diversen Dependancen der drei Berufskollegs in Leverkusen aufzulösen und die Unterrichts- sowie Ausbildungsangebote am jeweiligen Hauptstandort zu konzentrieren. Vorgesehen ist unter anderem:

- An allen drei Berufskollegs sollen ein Bistro oder eine kleine Mensa eingerichtet werden. Am Standort Bismarckstraße würden die Antragsteller gern eine Sporthalle bauen lassen. Auch mehr Sozialarbeiter sind gewünscht. - Baulich und pädagogisch den Inklusionsgedanken in denKollegs umzusetzen, ist ein weiteres Ziel.

- Sowohl Struktur als auch Umfang der Verwaltungsarbeitsplätze sollen verbessert werden.

- Inwieweit im Rahmen insbesondere der praktischen Ausbildung Kooperationen zwischen Berufskollegs und Unternehmen geschlossen werden können, soll ebenfalls Gegenstand der Prüfung sein.

Und da geht es dann sogar nicht mehr nur um eine ehemalige Werkstatt wie die auf dem Junker-Gelände. "Wir könnten uns auch vorstellen, in Absprache mit den großen Autohäusern deren Profi-Werkstätten zu gewissen Zeiten mit einzubeziehen", sagt CDU-Ratsherr und Bürgermeister Bernhard Marewski. Ganz wichtig dabei: Es soll möglichst nichts gegen den Willen der Schulen durchgesetzt werden, gefragt ist vielmehr deren Expertise. "Schulen sind aus verschiedenen Gründen, vor allem aufgrund fehlender Finanzmittel der Kommune, häufig nicht auf dem Stand der Technik", heißt es in dem Antrag. Kooperationen mit Unternehmen, sollen daher gesucht werden - auch in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Leverkusen (WfL).

Die Überlegungen in dem Papier sind keineswegs auf Kostenneutralität angelegt. Doch die Verfasser wollten keine "Schere im Kopf", sondern zunächst den Bedarf ermitteln, um dann zu klären, wie sich die einzelnen Punkte womöglich finanzieren lassen.

Schuldezernent Marc Adomat erklärte auf Anfrage, er finde den Vorstoß grundsätzlich gut, "aber die Finanzierung muss natürlich geklärt werden". Zuguterletzt wollen CDU und Co. prüfen, ob und wie das Berufskolleg der Currenta im Berufsschulentwicklungsplan berücksichtigt werden kann.

Quelle: RP
 
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