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Leverkusen
Politik will Öffentlichkeit zu Flüchtlings-Neubau einbeziehen

Leverkusen. Zum von der Stadt in einem Beratungspapier vorgestellten Neubau der teils maroden Flüchtlingsunterkunft Sandstraße in Opladen haben die Mitglieder des Bauausschusses gestern Abend einen Antrag der FDP mehrheitlich befürwortet. Darin geht es um eine zeitnahe Öffentlichkeitsveranstaltung, "in der die Leverkusener Bevölkerung über den notwendigen Neubau von Ersatzbauten zur Unterbringung von Flüchtlingen am Standort Sandstraße informiert wird". Von Monika Klein und Ludmilla Hauser

Begründung: Die Akzeptanz der Flüchtlingsunterkunft Sandstraße in der Bevölkerung sei groß. "Von daher ist es wichtig, die Baumaßnahme der Öffentlichkeit transparent durch eine Informationsveranstaltung vorzustellen. Eine Information der Nachbarschaft nur schriftlich ist nicht angemessen", notiert FDP-Ratsherr Friedrich Busch.

Zumal: Das Vorhaben ist millionenschwer. Wie Maria Kümmel vom Bauamt den Ausschussmitgliedern gestern noch einmal bestätigte, wird allein der Neubau geschätzte 18,5 Mio. Euro plus/minus 30 Prozent kosten. In einigen Wochen soll die genauere Berechnung erfolgen, sagte Kümmel weiter.

Nicht in diesen Kosten enthalten ist die Sanierung des Gebäudekomplexes Sandstraße Nr. 65/67, der als Massivbau erhalten bleiben und später auf Vordermann gebracht werden soll. Vorerst könnten im kommenden Jahr die Bagger für dieses Projekt anrollen: "Der Rat beschließt den Neubau von Ersatzbauten für die Gebäude Nr. 69, 69a, 69b in der Sandstraße zur Unterbringung von Flüchtlingen." Diese Gebäude weisen laut Baudezernentin Andrea Deppe eine marode Bausubstanz auf, die sanitären Einrichtungen sind unzumutbar, weil sie nicht (mehr) den hygienischen Standards entsprechen und in einem "sehr schlechten Zustand" seien, wie die Stadt im Beratungspapier schreibt.

Bei dem Neubau sollen wieder 450 Plätze entstehen, aber auch, - durch eine Ausbaureserve - Platz für weitere 100 Menschen geschaffen werden. Geplant sind fünf Unterkunftsgebäuden mit wohnungsähnlichem Charakter, dazu ein Verwaltungs- und Betreuungsgebäude mit Aufenthalts-, Wasch- und Trockenräumen für die Bewohner und Schulungs- und Beratungsräume. Und: "Eine kontrollierbare und isolierte Notunterkunft für auffällige Bewohner ist im Betreuungsbereich eingegliedert." Im Außenbereich werden Sport- und Spielflächen entstehen.

Im Frühjahr 2018 soll nach den Abbrucharbeiten ab Mitte 2017 der Neubau der Unterbringungsanlagen beginnen und Ende 2019 fertiggestellt sein. Die Stadt hat mit dem Freizug der Gebäude an der Sandstraße schon begonnen. Der Stadtrat entscheidet am 19. Dezember über das Projekt.

Quelle: RP
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