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Eröffnung der Lkw-Sperre
Politiker kritisieren Stadt fürs Fernbleiben

Minister Groschek nimmt Lkw-Sperre an A1 in Betrieb
Minister Groschek nimmt Lkw-Sperre an A1 in Betrieb FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. In der am Donnerstag eröffneten Lkw-Sperre im Spaghettiknoten landeten in den ersten 24 Stunden 16 zu schwere Lastwagen vor der Schranke. Bei der offiziellen Freigabe der Anlage waren keine Vertreter der Stadt Leverkusen anwesend. Von Sebastian Fuhrmann und Susanne Genath

Zahlenmäßig habe sich der Trend nicht fortgesetzt, der am Donnerstagvormittag zu beobachten war: Nach Inbetriebnahme der Anlage fuhren innerhalb kürzester Zeit fünf Brummifahrer in die Sperre, die die A1-Rheinbrücke vor weiterem Schaden bewahren soll. In der gesamten Nacht zu gestern waren es laut Straßen-NRW-Sprecher Timo Stoppacher nur zwei.

Leverkusen: So funktioniert die Lkw-Sperre FOTO: Radowski

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) hatte das Startsignal in Leverkusen gegeben - ohne das Beisein von Leverkusener Stadtvertretern, weil der eingeladene Oberbürgermeister Urlaub hatte. Ein Verhalten, das FDP-Ratsherr Friedrich Busch "völlig indiskutabel" findet. Denn es wäre die Gelegenheit gewesen, "öffentlichkeitswirksam auf die Forderung der meisten Leverkusen nach einem Tunnel statt der ungeliebten Stelze hinzuweisen". So sei das "Vertrauen großer Teile der Leverkusener Bevölkerung darin erschüttert, dass die Stadtspitze jede Gelegenheit nutzt, um die Interessen der Stadt-Bevölkerung bundesweit bekannt zu machen", sagt Busch. Die FDP war allerdings ebenfalls nicht präsent.

Ebenso wenig die Grünen. In einer Pressemitteilung führt Roswitha Arnold eine Entschuldigung für das eigene Fernbleiben an: "Die Fraktionsvorsitzenden von CDU, Grünen und Opladen plus haben vom Auftritt des Ministers lediglich über die Presse erfahren. Sie hätten eine Teilnahme möglich gemacht." Denn die gesamte Situation an der A1 - die marode Brücke und die sich anschließende Erweiterung der A1 bis zum Kreuz Leverkusen - sei von so großer Bedeutung, dass die Stadt dort Flagge zeigen müsse. Neben dem Schaden muss Leverkusen nun auch mit dem Spott leben. So kann die Mega-Stelze nicht verhindert werden." Was die Grünen-Politikerin nicht schreibt: Der Minister-Termin war Tage vorher öffentlich bekanntgegeben worden. Klaus Stamm von der Bürgerinitiative "Rheintunnel" nutzte daher auch ohne Einladung die Gelegenheit, mit Groschek ins Gespräch zu kommen.

Morgen Vormittag geht die nächste Lkw-Sperre in Betrieb. Sie befindet sich auf der A1 Richtung Köln in Höhe des Wasserturms. Von der A1 aus gelangen nach Angaben von Straßen NRW die meisten Lkw illegal auf die Leverkusener Rheinbrücke. Deswegen drohen an dieser Stelle die größten Staus. Kommende Woche starten auch die Sperren auf Kölner Seite: Am Dienstag auf der A1 Richtung Dortmund, die letzte Sperre in Köln-Niehl soll Ende nächster Woche in Betrieb gehen.

Quelle: RP
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