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Leverkusen
Polizei fahndet mit Fotos nach Überfall auf Juwelier Kopp

Polizei fahndet mit Fotos nach Überfall auf Juwelier
Polizei fahndet mit Fotos nach Überfall auf Juwelier FOTO: Polizei Köln
Opladen. Die Polizei fahndet mit Fotos aus einer Überwachungskamera nach den Tätern, die aus einem Opladener Juweliergeschäft Schmuck und Geld stahlen. Die Opfer sind unverletzt. Von Susanne Genath

Der Schock bei den Angestellten des Juweliergeschäfts Kopp an der Birkenbergstraße sitzt tief. Immerhin wurde bei dem Überfall am Mittwochabend nahe der Opladener Fußgängerzone niemand verletzt. Das ist nach Einschätzung der Polizei dem umsichtigen Verhalten der beiden 28 und 57 Jahre alten Mitarbeiterinnen und der Kundin (48) zu verdanken, die zum Zeitpunkt des Raubes im Geschäft waren.

Denn sie befolgten, was die Täter gegen 18 Uhr in klar verständlichem Deutsch von ihnen verlangten. "Die drei kamen rein und bedrohten uns direkt mit einer Pistole", schilderte die 28-jährige Verkäuferin. "Wir mussten uns – mit dem Gesicht nach unten – auf den Boden legen. Anschließend fesselten sie uns." Untereinander verständigten sich die drei Räuber in einer vermutlich osteuropäischen Sprache. Sie waren nicht maskiert, trugen jedoch große Sonnenbrillen.

Am Tag nach der Tat wurden im Juweliergeschäft Kopp die Spuren gesichert. Die Räuber stahlen Schmuck und Bargeld. FOTO: Miserius, Uwe

Nach dem Überfall, der nur eine knappe Viertelstunde gedauert haben soll, konnten sie flüchten. Eine NRW-weite Fahndung blieb erfolglos.

Am Donnerstag wurden an der Birkenbergstraße Spuren gesichert und Zeugen befragt. Fünf Mitarbeiter von Kriminalpolizei und Erkennungsdienst waren vor Ort, inspizierten das Innere des Geschäftes und die Umgebung. "Heute geschlossen", stand auf einem Zettel an der Tür. Zum Unmut einiger Kunden, die zwar von dem Überfall gehört hatten, aber besorgt waren, nun ohne Ostergeschenk dazustehen. Ob heute geöffnet ist, war am Donnerstag nicht zu erfahren.

Spurensuche: Nach dem Überfall auf den Juwelier Kopp in Opladen sperrte die Polizei den Tatort weiträumig ab. FOTO: US

Bei der Beute, auf die es die Unbekannten eigentlich abgesehen hatten, mussten die Täter umdisponieren: "Sie wollten Königsketten", heißt es aus dem Bekanntenkreis der Opfer. Das sind Ketten aus eng verflochtenen Gliedern, wie ein feines Tau. "Diese Ketten waren in den 1970er-Jahren modern. Heute aber nicht mehr." Also griffen die Täter anderes, das ihnen wertvoll erschien. Aus sämtlichen Vitrinen und Schubladen stahlen sie Geld und Schmuck.

Die Beute verstauten sie in einer mitgebrachten dunklen Sporttasche. Anschließend drohten sie den drei Frauen erneut mit Gewalt und verließen das Geschäft. Beide Angestellten – von denen eine erst vor kurzem in dem Geschäft angefangen hatten – hatten bislang keinen Überfall erlebt. In den vergangenen Jahren war zwar schon mehrfach bei dem Juwelier eingebrochen worden. So dreist wie am Dienstagabend war aber noch kein Täter vorgegangen.

Die Polizei überlegt deshalb, in der näheren Umgebung Handzettel und Plakate zu verteilen, um Hinweise auf die Räuber zu erhalten. Der bewaffnete Tatverdächtige soll etwa 20 bis 30 Jahre alt und circa 1,70 Meter groß sein. Er hat den Beschreibungen der Opfer zufolge eine schlanke Statur und kurze dunkle Haare. Bekleidet war er mit dunkler Oberbekleidung, einem weißen Hemd oder T-Shirt und einer Baseballkappe. Er sprach sehr gut Deutsch mit leichtem osteuropäischem Akzent. Einer der beiden anderen trug entweder eine dunkle Kapuze oder eine Sturmhaube.

Ein Anwohner hatte am Mittwoch beobachtet, wie sich ein Mann auffällig lange die Auslage im Schaufenster angeschaut hatte. Von dort fehlt allerdings nichts. Die Täter hatten sich offensichtlich nicht getraut, in Fensternähe zu gehen und so möglicherweise von außen gesehen zu werden.

Hinweise werden erbeten unter Telefon 0221 229-0 oder per E-Mail an: poststelle.koeln@polizei.nrw.de

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