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Leverkusen
Polizei: "Keinen Fremden ins Haus lassen!"

Leverkusen. Nach mehreren brutalen Überfällen auf Rentner rät die Polizei, bei Klingeln nicht einfach zu öffnen. Von Susanne Genath

Die 88-jährige Opladenerin, die am Dienstag von einem 22-jährigen Einbrecher brutal überfallen wurde, konnte das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen, teilte die Polizei gestern mit. Die Rentnerin war von dem Mann so massiv traktiert worden, dass die Beamten gegen ihn wegen versuchter Tötung ermitteln.

"Die Seniorin war morgens kurz aus dem Haus gegangen", berichtet Polizeisprecher Christoph Gilles. Bei ihrer Rückkehr traf sie auf den Eindringling, der wohl über ein rückwärtiges Fenster in die Wohnung an der Talstraße gelangt war und die Räume durchwühlte. Als sie von dem polizeibekannten Drogenkonsument angegriffen wurde, habe sie sich heftig gewehrt. Eine Nachbarin, die die Hilferufe der 88-Jährigen hörte, alarmierte die Polizei. "Das Verhalten der Nachbarin war sehr gut", lobt Gilles. "Sie hat uns sofort angerufen und uns alles geschildert, ohne sich selbst in Gefahr zu begeben." Das hätte seiner Einschätzung nach auch keinen Erfolg gehabt.

Die Fälle von gewalttätigen Einbrechern, die in den vergangenen Wochen auch in Leichlingen und Düsseldorf ältere Menschen in den eigenen Wohnungen zum Teil schwer verletzt haben, verunsichern viele Senioren. Einige der Täter hatten zuvor sogar bei den Opfern geklingelt. Christoph Gilles rät deshalb dringend dazu, keine fremden Menschen ins Haus zu lassen.

"Die Tür bleibt zu!", gibt er älteren Leuten mit auf den Weg. "Man muss keine Bettler oder unbestellten Handwerker in die Wohnung lassen, auch keine Leute, die angeblich nur etwas für Nachbarn abgeben wollen." Das Beste sei eine funktionierende Gegensprechanlage - die natürlich auch genutzt werden müsse. "Dann kann man erfahren, wer draußen steht, ohne die Tür öffnen zu müssen." Aber auch ein Blick aus dem Fenster sei allemal besser, als die Tür zu öffnen, um zu sehen, wer geklingelt hat. Hilfreich seien zudem Sperren an der Tür, so dass mögliche Täter sie nicht einfach aufdrücken und so den Bewohner überrumpeln können.

Grundsätzlich bevorzugten es aber die meisten Einbrecher nach wie vor, die Bewohner gar nicht anzutreffen. Deshalb nutzten die Täter in der Regel die Tageszeit, um in fremde Wohnungen zu gelangen. "Dann sind viele Menschen auf der Arbeit oder in der Schule", erklärt Gilles. Nur eben Rentner oft nicht. Daher seien sie es auch häufig, die Kontakt mit unliebsamen Eindringlingen machten.

Um den Tätern das Handwerk schwer zu machen, sei das beste eine gute Nachbarschaft. "80 Prozent aller Einbrecher nehmen wir fest, weil uns jemand alarmiert hat", berichtet Gilles. "Nachbarn haben dann ungewöhnliche Geräusche oder Scheibenklirren gehört oder jemanden gesehen, der verdächtig vor einer Tür oder in einem Garten herumgelungert hat." Das seien wichtige Wahrnehmungen.

Quelle: RP
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