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Opladen
Polizei sucht "Bürger-Fahnder"

Opladen. Die Einbrüche in Leverkusen haben zugenommen. Die Polizei erhöht ihre Kontrolldichte. Die Ordnungshüter setzen auch auf die Bürger, die Verdächtiges melden sollen. Wie gestern Mittag in der Fußgängerzone Opladen. Von Ludmilla Hauser

Sie müssen sich auffällig verhalten haben, die Männer in der Fußgänzerone Opladen gestern Mittag. So auffällig, dass das wiederum einem Leverkusener auffiel. Der rief die Polizei an und meldete: "Da stehen an verschiedenen Stellen in der Fußgängerzone in Opladen Leute und beobachten Gebäude und Passanten", berichtete gestern ein Pressesprecher der Polizei von dem Anruf. Die Behörde reagierte, schickte die Besatzungen dreier Streifenwagen in die bestens gefüllte Fußgängerpassage – die letzten Markteinkäufer kehrten gerade zu ihren Wagen zurück oder in die Straßencafés ein.

Polizei lobt Bürger

Die Beamten wurden trotz der Menschenmene fündig, überprüften die Ausweise etlicher Verdächtiger. Ergebnis: Es habe sich um Abo-Verkäufer ohne so genannte Reisegewerbe-Genehmigung gehandelt, also um Straßenverkäufer, die dafür keine Erlaubnis hatten. Sie bekommen eine Ordnungswidrigkeitsanzeige, berichtete Polizeisprecher André Faßbender später und betonte: "Es ist toll, dass ein Bürger sich gemeldet hat. Wir wollen gerade eben die Bürger ermuntern, auf ihr Umfeld zu achten und uns Auffälligkeiten mitzuteilen."

Faßbender nennt folgendes Beispiel: Ein Auffahrunfall auf der Autobahn – innerhalb von zwei, drei Minuten rufen 20 Autofahrer an, die hinter dem Unfall im Stau stehen und den Zwischenfall melden. "Hier rufen die Leute an, weil sie selbst betroffen sind, weil sie warten müssen. Ganz anders sähe es aus, wenn sich beispielsweise zwei Leute in der Fußgängerzone prügelten. Da schauten die meisten Leute weg "und rufen eben nicht bei uns an".

Weggeschaut wird vielleicht auch bei Wohnungseinbrüchen, denn die haben in diesem Winter überdurchschnittlich stark im Vergleich zu den Vorjahren auch in Leverkusen zugenommen. "Die Täter haben eine hohe Mobilität", berichtete Faßbender von den bisherigen Erkenntnissen der Polizei. Heißt: Man fliegt neuerdings auch gerne zur Einbruchsserie, um ebenso schnell wieder zu verschwinden. Die Polizei will dagegen mit einem neuen Konzept angehen.

Um den Druck auf Täter zu erhöhen, setzt die Behörde auf Präsenz. Auf Polizisten in Uniform und in Zivil. Die verstärkten Einsätze sind aufs ganze Stadtgebiet bezogen, sollen vor allem auch dort vorkommen, wo die uniformierten Polizisten vom Bürger gesehen werden – etwa in Fußgängerzonen. Ergebnisse aus Einsätzen gebe es noch nicht, dazu sei das Konzept zu frisch.

André Faßbender unterstrich aber trotz aller Polizeipräsenz die Bürgerachtsamkeit: "Es gilt allgemein, wem etwas Merkwürdiges auffällt, der soll sich bei uns melden."

Quelle: RP
 
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