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Leverkusen
Pommernstraße: Politiker befürchten Ghetto-Bildung

Leverkusen. Der Leverkusener Bauausschuss hat den Plan der Stadtspitze, in Opladen auf dem privaten Grundstück Pommern-/ Stauffenbergstraße (Zur alten Fabrik) bis zu 800 Flüchtlinge unterzubringen, ohne Änderungen grundsätzlich zugestimmt.

Damit scheint auch die Mehrheit im Stadtrat sicher zu sein. Das Gelände ist bislang Gewerbegebiet und liegt seit Jahren brach. Ein privater Investor will vier Gebäude errichten und für zehn Jahre an die Stadt vermieten. Die Stadt soll eine Mietzahlung für 640 Plätze garantieren. Ab 2025, wenn der Vertrag ausläuft, könnten die Unterkünfte zu ca. 110 preiswerten Wohnungen umgebaut werden, womit es zu einer dauerhaften Ansiedlung von 200 bis 400 Menschen kommen werde, bestätigte Baudezernentin Andrea Deppe.

Größere Nachfragen zum Projekt gab es aus dem Kreis der Bauausschusspolitiker nicht. Kritik an den Projekten zur Flüchtlingsunterbringung ist derzeit im politischen Leverkusener Raum selten. Wer dennoch kritische Fragen stellt, wird von den Politikerkollegen schnell dem Verdacht ausgesetzt, gegen Flüchtlinge zu sein. Unter vier Augen äußerten Politiker aber nach der Bauausschusssitzung massive Bedenken gegen das Investorenprojekt Pommernstraße. Es werde auf die Schnelle und ohne ausreichende Beratungszeit ein neues Viertel geplant, nicht nur als Notunterkunft, sondern für immer. Auf dem Gelände "Zur alten Fabrik" drohe eine Ghetto-Bildung, befürchten diese Politiker. Die rechtlichen Details und Vertragsbestandteile müssen noch geklärt werden. Klar ist, dass die Stadtspitze äußerst froh ist, angesichts der hohen Flüchtlingszuweisungen einigermaßen ausreichend Wohnraum zu bekommen.


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