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Leverkusen
Popcorn und Schminke locken Kinder ins Bürgerbüro

Leverkusen. Zahlreiche Eltern nutzten den schulfreien Dienstag, um mit ihren Kindern Ausweisangelegenheiten im Bürgerbüro zu erledigen. Dort gab es Programm. Von Tobias Brücker

Ämter besitzen einen gewissen Charme. Zugegeben: eher im negativen Sinne. Denn die wenigsten Besucher kommen gerne ins Bürgerbüro. Viele Wartende starren genervt auf den Monitor mit den Wartenummern und wären lieber an einem anderen Ort. Das Bürgerbüro im Rathaus in Wiesdorf hat sich darüber so seine Gedanken gemacht. Herausgekommen ist dabei: Pfingstdienstag ist Schülertag. Das bedeutet, dass der Bereich Melde-, Pass- und Ausweiswesen von 7.30 bis 16 Uhr nur für Kinder und deren Eltern geöffnet ist.

Gestern also war es wieder soweit, zum zweiten Mal. "Im vergangenen Jahr war es ein Erfolg, es wird stark angenommen", sagte Fachbereichsleiter Udo Reudenbach. Der tiefere Sinn, der hinter diesem Tag steckt: dass berufstätige Eltern ihre Kinder am Dienstag nach Pfingsten, an dem die Schulen geschlossen sind, nicht aus dem Unterricht herausholen müssen, nur um Dokumente zur verlängern oder erneuern.

Und damit sich die Mädchen und Jungen im Bürgerbüro nicht langweilen, wurde allerhand geboten: Kinderschminken, eine Spielecke sowie eine kleine Popcornmaschine, die ihren Duft im ganzen Raum verströmte, lenkten die jungen Besucher ab. Es funktioniert, sagt Reudenbach: "Die Kinder wollen sogar hierher."

Die Wartemärkchen reichten bereits gegen 12 Uhr in den dreistelligen Bereich hinein. 130 Elternteile mit Kindern waren bis dato mit dem Aufzug in die vierte Etage des Rathauses gefahren. Nichts jedoch sollte an diesem Tag derart hoch frequentiert sein wie der selbst zu bedienende Passbildautomat.

Auch Marion Raters platzierte ihre Tochter in dem Automaten. Die Aktion, sagte sie, helfe ihr sehr, "weil ich meine Tochter nicht extra aus der Schule nehmen muss". Die beiden wollten den Reisepass des Mädchens verlängern. Schließlich soll es im Sommer auf eine Kreuzfahrt gehen. Dennoch übte die Mutter auch leichte Kritik an dem "Schülertag" im Bürgerbüro. "Am Fotoautomaten mussten wir ziemlich lange warten. Das war etwas nervig." Ein Umstand, der sich laut Fachbereichsleiter Reudenbach nicht verhindern lässt. "Man muss schon mit Wartezeiten rechnen."

In absehbarer Zeit hatten Mutter und Tochter Raters die Wartezeit schließlich hinter sich gebracht. Die erlösende Zahl tauchte auf dem Bildschirm auf. Zur Belohnung winkte eine Tüte frisches Popcorn und hob die Stimmung sogleich. "Und zum Schminken gehen wir auch noch", betonte das Gespann zufrieden.

Quelle: RP
 
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