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Leverkusen
Poppen bereitet Charitykonzert vor

Leverkusen. Dirigent Christoph Poppen ist weltbekannt und ständig auf Reisen. "Doch in Leverkusen im Erholungshaus fühle ich mich zuhause", erzählte der Künstler als Gast des neu eingeführten Kultur-Stammtisches von Bayer Kultur. Von Tobias Falke

Thomas Helfrich, der neue Leiter von Bayer Kultur, besinnt sich auf Traditionen. So lud er erneut zu einem Stammtisch ein, zum zweiten in dieser Reihe. Christoph Poppen wurde exklusiv zu dieser Veranstaltung eingeladen, schließlich wird er im kommenden Jahr am 10. Juni gemeinsam mit der Bayer Philharmonie ein besonderes Charity-Konzert veranstalten. Poppen gründete Anfang diesen Jahres die Charity-Organisation "Artists for a better Future". "Das Leben eines Künstlers ist sehr reichhaltig. Man sieht in der Welt sehr viel Schönes, aber leider auch sehr viel Elend", berichtete der 59-Jährige und fügte hinzu: "Man darf eben nur nicht vom Hotel mit einem weißen Mercedes abgeholt und zum Konzertsaal gefahren werden." Wenn man sich die Straßen in manchen Ländern anschaue, dann sehe man oftmals die Armut.

Besonders die Kinder auf den Philippinen haben es ihm angetan: "Alleine 60.000 Straßenkinder leben in Manila", weiß Poppen. Um diesen Kindern zu helfen, hat er "Artists for a better Future" gegründet. Jeder Künstler, der sich hier engagiert, spendet die Gage eines Konzerts seiner Wahl. Und so entschloss sich auch die Bayer Philharmonie zu dieser Charity-Aktion. Einzige Bedingung: Christoph Poppen muss die Geige auspacken. Seit mehr als 15 Jahren hat er kaum auf einer Geige gespielt, gibt er zu. In den letzten Jahren konzentrierte er sich fast ausschließlich aufs Dirigieren. Doch für das Erholungshaus wird er eine Ausnahme machen. Er überlegt, das "Brahms- Doppelkonzert" oder etwas von Felix Mendelssohn Bartholdy zu spielen.

Zu seinem bewegten Leben sagt der Künstler: "Stress ist subjektiv. Viel Arbeit kann stressen, aber keine Arbeit zu haben, ist ebenfalls stressig. Musik kann nicht in Hektik entstehen, da brauche ich Ruhepunkte und muss mich vorher zentrieren. Die Musik ist für mich eher ein Stück Ewigkeit."

Ihm sei es wichtig, die Musik als Mittler an andere Menschen zu bringen, betont der Künstler. Auf geistiger Ebene sei Musik eine lebensnotwendige Nahrung. "Dafür lebe ich intensiv und gerne", erklärte der engagierte Dirigent und bald auch wieder Geigensolist beim Kultur-Stammtisch den aufmerksamen Zuhörern.

Quelle: RP
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