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Leverkusen
Portemonnaie gestohlen: 900 Euro Strafe

Leverkusen. Innerhalb weniger Minuten endete ein Prozess vor dem Amtsgericht. Ein 23-jähriger Rumäne, der nach eigenen Angaben seit drei bis vier Monaten in Deutschland ohne festen Wohnsitz lebt, wurde wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall angeklagt. Mitte Februar soll er eine Buchdruckerei in der Hauptstraße in Wiesdorf besucht und einem Mitarbeiter einen Zettel gegeben haben mit dem Hinweis, dass er Geld zum Leben benötige. Als er abgewiesen wurde, nahm er ein auf einem Schreibtisch liegendes Portemonnaie an sich, in dem sich 185 Euro und zahlreiche Kreditkarten befanden. "Ich hatte kein Geld und wollte nach Hause. Das Portemonnaie lag auf dem Tisch, und das war alles", gestand der Mann die Tat. Er saß seitdem in Haft.

Für die Staatsanwaltschaft war der Diebstahl gewerbsmäßig, weil der Mann absichtlich versuchte, sich unberechtigt eine Einnahmequelle zu beschaffen. Deshalb forderte sie acht Monate auf Bewährung. Dem widersprach die Verteidigung. Da keine weiteren Straftaten geplant gewesen seien, sei nur von Diebstahl die Rede. Auch der in der Anklageschrift genannte "besonders schwere Fall" liege nicht vor. Die Verteidigung hielt 150 Euro als Strafe für angemessen. Beide Parteien waren sich einig, den Haftbefehl aufzuheben. Das Gericht sah eine Gewerbsmäßigkeit im Handeln des 23-Jährigen und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 900 Euro.

(fal)
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