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Leverkusen
Probleme in Agrar-Sparte schmälern Bayers Gewinn

Leverkusen. Angekündigt hatte Bayer Einbußen in seiner Bilanz schon vor einigen Tagen - gestern gab es die Zahlen dazu. Die Quartalszahlen überschrieb das Unternehmen mit "Konzern trotz Einbußen bei CropScience auf Vorjahresniveau". Den Jahresausblick hat Konzernchef Werner Baumann trotzdem korrigiert - nach unten. Von Ludmilla Hauser

"Bei CropScience mussten wir im Zusammenhang mit hohen Warenbeständen in Brasilien, dem zweitgrößten Agrarmarkt der Welt, deutliche Umsatz- und Ergebniseinbußen hinnehmen", suchte Baumann gestern zu erklären. Und während Kunststoffhersteller Covestro - Bayer hält noch 41 Prozent der Aktien - und der Bereich Pharmaceuticals gute Zwischenbilanzzahlen vorweisen können, klemmt es neben der Agrarsparte auch bei der Geschäftsentwicklung von Consumer Health. Sie sei "insbesondere durch das schwierige Marktumfeld in den USA rückläufig. Insgesamt ergab sich für die Life-Science-Bereiche eine rückläufige Umsatz- und Ergebnisentwicklung", meldet der Konzern.

Die Zahlen:

Konzernumsatz plus drei Prozent auf 12,193 (Vorjahr: 11,833) Mrd. Euro.

• Umsatz Life-Science-Geschäfte minus 2,8 Prozent auf 8,714 (8,858) Mrd. Euro

Gewinn vor Zinsen, Steuern Abschreibungen (Ebitda) 3,056 (3,054) Mrd. Euro auf Niveau des Vorjahresquartals • Konzernergebnis minus 11,3 Prozent auf 1,224 (1,380) Mrd. Euro.

Im Bereich Pharmaceuticals brachten die Blockbuster-Arzneien Xarelto (Thrombosehmmer), Eylea (Augenarznei), Xofigo und Stivarga (Krebsmedikamente) und Adempas (bei Lungenhochdruck) Geld. Sie erreichten im Quartal zusammen einen Umsatz von 1,555 (1,332) Mrd. Euro. Das Ebitda von Pharmaceuticals kletterte um 9,5 Prozent auf 1,481 (1,352) Mrd. Euro.

Im Bereich Consumer Health (rezeptfreie Mittel) schrumpfte der Umsatz um 2,2 Prozent auf 1,542 (1,553) Mrd. Euro. Bayer spricht von einem schwierigen Marktumfeld in den USA. Das Ebitda ging um 4,3 Prozent auf 314 (328) Millionen Euro zurück.

Das derzeitig größte Sorgenkind ist CropScience. Der Umsatz sank im zweiten Quartal - laut Bayer wegen der Probleme in Brasilien - um 15,8 Prozent auf 2,163 (2,518) Mrd. Euro. Das Ebitda schrumpfte deutlich um mehr als die Hälfte (52,2 Prozent) auf 317 (663) Mio Euro.

Baumann reagiert auf die Entwicklung mit der Korrektur der Prognose fürs Gesamtjahr. Der Umsatz des Konzerns soll sich auf mehr als 49 Mrd. Euro erhöhen. Bisher hatte Bayer mit 51 Milliarden gerechnet. Das Ebitda soll laut Baumann nun im oberen einstelligen Prozentbereich wachsen - vorher war er von einem unteren Zehner-Prozentbereich ausgegangen.

Apropos Sorgenkind: Bayer rechnet für CropScience in der Gesamtprognose beim Gewinn mit einem Rückgang im mittleren Zehner-Prozentbereich (bisher: auf dem Niveau des Vorjahres).

Quelle: RP
 
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