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Leverkusen
Profi-Fußballer Calhanoglu kämpft gegen 125-Euro-Tempo-Knolle

Leverkusen. Mit großem Geschütz wehrt sich Bayer-Spieler Hakan Calhanoglu gegen ein "Knöllchen" wegen zu schnellen Fahrens. Mit 86 statt erlaubten 60 Stundenkilometern wurde er nach Meinung der Ordnungsbehörden am 4. August 2015 gegen 11.30 Uhr auf dem Europaring in einem Mercedes geblitzt. Das steht in dem Bußgeldbescheid, der gestern Anlass für einen Termin am Amtsgericht Leverkusen war. Von Susanne Genath

Doch der in schwarz gekleidete 22-Jährige mit einem Jahresverdienst von mehreren Millionen Euro ließ von seinem Anwalt verkünden, er sei nicht die Person auf dem zum Beweis vorgelegten unscharfen Foto. Demzufolge sei er nicht gewillt, den Punkt in Flensburg zu kassieren und das Bußgeld in Höhe von 125 Euro zu zahlen. Nach Auskunft seines Anwalts wolle man so verhindern, dass der Top-Spieler nachher als vorbestraft gelte - auch wenn Richter Dietmar Adam darauf hinwies, dass eine Ordnungswidrigkeit nicht mit einer Vorstrafe verbunden sei.

Um die Unschuld seines Mandanten zu untermauern, legte Calhanoglus Anwalt ein humanbiologisches Gutachten vor, wonach einige Gesichtspartien des Profi-Fußballers nicht mit denen der abgebildeten Person übereinstimmten. Mit bloßem Auge sei das für einen Laien nicht erkennen, wies der Rechtsanwalt den Richter hin und forderte die Einstellung des Verfahrens.

Denn es gebe auch Zweifel an der Korrektheit der Messung. "Ich bin in Radarmessung ausgebildet", sagte der Rechtsanwalt. Der Radarstrahl und der Fotowinkel seien bei dem Bild, das als Beweis für die Temposünde des Mittelfeldspielers diene, nicht korrekt aufeinander abgestimmt. Wenn Calhanoglus Fall weiter verfolgt würde, müsse die Messstelle auf dem Europaring erst gutachterlich untersucht werden.

Darauf ließ sich Richter Adam ein. Denn das Ergebnis sei für ganz Leverkusen relevant, erklärte er. Nach Angaben des Anwalts ist ein Kurzgutachten mit etwa 500 Euro zu veranschlagen.

Auf dem Europaring war am 21. Mai 2015 in Fahrtrichtung Wiesdorf die Höchstgeschwindigkeit von 80 auf 60 Stundenkilometer herabgesetzt worden. In der Gegenrichtung galt schon länger Tempo 60.

Quelle: RP
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