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Leverkusen
Protest im „Gallier-Dorf“
Leverkusen: Protest im „Gallier-Dorf“
Die Bewohner des „Gallier-Dorfs“ sind vor und nach den Spielen in der BayArena von der Außenwelt abgeschnitten. Darüber ärgern sich Reinfried und Ute Pilch (l. und r.). FOTO: RPO
Leverkusen. Viele Anwohner der Elsa-Brandström-Straße und Fridtjof-Nansen-Straße machen sich Sorgen wegen der Verkehrsbelästigung, die ein Ausbau der BayArena mit sich bringen würde. Von Tobias Krell

Der Ausbau der BayArena stößt nicht bei allen Anwohnern auf Gegenliebe. Vor allem im selbst ernannten „Gallier-Dorf“ regt sich Protest. Viele Bewohner der Elsa-Brandström-Straße und der Fridtjof-Nansen-Straße fürchten die Zeit der Baumaßnahme und vor allem die Verkehrsbelastung im Anschluss, für die bis zu 10 000 zusätzliche Stadionbesucher sorgen werden. Andere Nachbarn der BayArena gehen gelassen mit den Plänen um oder begrüßen diese sogar.

Vor den Partien des Bundesligisten und im Anschluss sind Reinfried Pilch und seine Frau Ute wie viele Nachbarn von der Außenwelt abgeschnitten. Das hat sich auch am letzten Spieltag wieder ausgewirkt. „Wir bekommen heute Besuch. Dem mussten wir sagen, dass er entweder deutlich vor der Partie kommen muss oder während diese läuft“, erklärte das Ehepaar aus der Fridtjof-Nansen-Straße. Denn in der heißen Phase vor und nach den Begegnungen von Bayer 04 kommt niemand rein in die Siedlung oder raus. „Bei mehr Zuschauern wird das noch länger dauern. Wir fordern, dass endlich ein vernünftiges Verkehrskonzept entwickelt wird. Das wird nun noch nötiger“, betont Reinfried Pilch. Er selbst habe schon einmal das Problem gehabt, nicht raus zu können, obwohl das dringend nötig gewesen wäre. „Unsere Tochter stand im Winter nach einem Theaterbesuch abends in Köln und fror, weil ich erst einmal warten musste“, erinnerte er sich.

Nur die Dhünn trennt das „Gallier-Dorf“ von der Schleswig-Holstein-Siedlung. Der Wortführer der dortigen Bürgerinitiative, die sich jüngst mit viel Engagement gegen eine der Varianten für den Ausbau des Autobahnkreuzes gewehrt hat, sieht die Ausbaupläne relativ gelassen. „Das ist eigentlich ganz gut gelöst“, so Michael Potschka. Er, der selbst in der Sonderburger Straße wohnt, und seine Nachbarn haben sich daran gewöhnt, dass sie die Kennzeichen von Besuchern beim Straßenverkehrsamt durchgeben oder Freunde, die mit dem Wagen kommen, an der Sperre zur Bismarckstraße abholen müssen. Raus kommen Autofahrer ohnehin. „Und die Sperrungen nutzen uns ja auch. Ich habe mehrere Parkplätze vor der Tür, die in der Regel nicht belegt sind“, versichert Potschka.

Andreas Eckert kann das Problem nicht nachvollziehen. Der Vorsitzende des Fanclubs „Mad Boyz Leverkusen“ wohnt ganz bewusst an der Windhorststraße in deren an der Stelzenbrücke gelegenen Teil. Die höhere Kapazität fürchtet er nicht, denn schließlich seien die Parkplätze unter der Autobahn heutzutage nicht einmal vollständig belegt bei Spielen.

Quelle: RP
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