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Leverkusen
Prozess um Körperverletzung: Zeugin hat Erinnerungslücke

Leverkusen. Wegen einer ganze Stange von Anschuldigungen musste sich ein 31-Jähriger Rheindorfer vor dem Amtsgericht in Opladen verantworten. Angefangen vom Fahren ohne Führerschein mit einhergehendem Flüchten vom Unfallort, über Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung. Diebstahl und Einbruch. In der mehr als dreistündigen Verhandlung ließ sich jedoch nur ein Bruchteil der Anklageschrift beweisen.

Dass der Mann 2014 ohne Führerschein unterwegs war und bei einem Überholversuch, für den er sich auf der Gegenfahrbahn befand, ein abbiegendes Fahrzeug rammte, gab er schnell zu. "Das war dumm von mir", sagte er. Allerdings wolle er nicht gemerkt haben, dass er den anderen Wagen berührt habe. Ein Zeuge, der in dem besagten Auto saß, schilderte dagegen, dass "sofort klar war", dass es eine Berührung gab. Es entstand ein Schaden von 4000 Euro - die Versicherung des Fahrzeughalters beglich die Summe vorerst.

Pikanter wurde das Verfahren, als es um mehrfache Körperverletzung, Beleidigung und Diebstahl ging - einhergehend mit Einbruchsversuchen. So soll der Mann mit einem auffälligen Irokesen-Haarschnitt seine damalige Freundin mehrfach durch Faustschläge ins Gesicht verletzt haben - bei Gelegenheit dann Laptop, Handy oder Schlüsselbund eingesteckt haben. "Ich habe sie nie mit der Faust geschlagen", widersprach der Angeklagte. Richtig sei, es habe fast täglich körperliche Auseinandersetzung zwischen dem Paar gegeben. "Sie hat ihre Wertsachen manchmal in der Wohnung versteckt", erklärte er. Seine damalige Freundin habe die Sachen nur nicht sofort wiedergefunden.

Die wiederum konnte sich in der Vernehmung an nahezu nichts erinnern, wirkte zerstreut. "Wir haben in der Zeit viel Alkohol getrunken", betonte die 31-Jährige. Das sei der Grund für die Gedächtnislücken. Auch sie behauptet: Es hat viel Streit gegeben, die Auseinandersetzungen wechselten wirklich.

Dass der Angeklagte eine Tür einer damaligen Liebschaft ihrerseits eingetreten und die Wohnung betreten habe, gab weder sie, noch der damals Geschädigte an. Richtig sei allerdings ein Hausfriedensbruch, der sich 2015 ereignete, als der Angeklagte durch das defekte Küchenfenster der Frau die Wohnung betrat.

So sah das Gericht in diesem Falle die Tatbestände nur teilweise erfüllt. Für den Unfall, Körperverletzung, Diebstahl und Hausfriedensbruch wurden acht Monate auf Bewährung verhängt. Eine Geldstrafe im zweistelligen Bereich kommt hinzu.

(brü)
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