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Leverkusen
Psychologische Beratungsstelle in Finanzsorgen

Leverkusen. Die psychologische Beratungsstelle des evangelischen Kirchenkreises feierte gestern 50. Geburtstag. Von Gabi Knops-Feiler

Die Jubelfeier war nicht ganz ungetrübt. Zwar feierten rund 30 Teilnehmer gestern in der Citykirche erst einen Festgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der psychologischen Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen des Kirchenkreises Leverkusen. Anschließend hörten sie zwei Kurzreferate. Bei seinen Ausführungen "Die Freude an der Beratungsarbeit" hob Psychologe Edwin Jabs die Beratungsarbeit als kreativen Prozess hervor, ehe Professor Dr. Jörg Fengler, Universität zu Köln, bei seinem Vortrag "Beratung und Seelsorge" auf die Verbindung der beiden Bereiche hinwies.

Aber über allem schwebte wie ein Damoklesschwert die Finanzierungssorge. Steht die Beratungsstelle gar vor dem Aus? Auf diese Frage antwortete Gert René Loerken, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Leverkusen, mit einem klaren Nein. Allerdings so Loerken, "sind wir an einen Punkt gelangt, an dem wir unser Angebot ohne kommunale Unterstützung und Hilfe anderer Träger nicht länger aufrecht halten können - jedenfalls nicht dauerhaft und in dem Umfang wie bisher." Zuletzt investierte der Kirchenkreis rund 200 000 Euro jährlich aus eigenen Mitteln in die Beratungsarbeit, während sich das Land NRW mit rund 20 Prozent, die Stadt mit 40 Prozent an den Kosten beteiligte. Weggebrochene Kirchensteuern bei gleichzeitig zunehmenden Belastungen sieht Loerken als Hauptursache für die verschärfte finanzielle Situation. In seinem Grußwort bekräftigte Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn die Bedeutung der Beratungsarbeit. Buchhorn: "Es ist gut, eine solche Stelle zu haben, wenn man nicht mehr weiter weiß." Aus diesem Grund werde er sich dafür einsetzen, dass die Zukunft trotz der angespannten Haushaltslage gesichert werden könne.

Die Beratungsstelle in Anspruch nehmen können alle Menschen, die im Kirchenkreis Leverkusen wohnen, also Bürger aus Leverkusen, aber auch aus Monheim, Langenfeld, Leichlingen und Burscheid.

Im letzten halben Jahrhundert haben sich 30 000 Menschen mit ihren Fragen und Problemen an die Stelle der evangelischen Kirche gewendet, ohne dass die Konfession der Ratsuchenden eine Rolle gespielt hätte. "Damit leistet die Evangelische Kirche und ihre Diakonie einen wichtigen Beitrag zum Wohl der Menschen und ihrer Angehörigen, und damit auch des Gemeinwesens", fasste Pfarrer Hans Höroldt, Leiter des Diakonischen Werks Leverkusen, auf der Feier zusammen.

Quelle: RP
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