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Leverkusen
Putzaktion fördert ausgefallene Fundstücke zutage

Putz-Aktion "Wir für unsere Stadt" in Leverkusen 2016
Putz-Aktion "Wir für unsere Stadt" in Leverkusen 2016 FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Nicht nur an Lande, sondern auch im Wasser wurde die Stadt im Rahmen von "Wir für unsere Stadt" von wildem Abfall befreit. Von Julia Bertenburg

Die Reisemobil-Vermittlungsfirma Sanders hatte einen ungewöhnlichen Weg gewählt, um dem Müll in ihrer Stadt zu Leibe zu rücken. Fünf Mitarbeiter und zwei Bekannte fuhren auf Kanus die Wupper von Leichlingen bis Opladen hinunter und sammelten ein, was ihnen im Fluss und an dessen Ufern begegnete. Dabei kamen neben viel Plastikmüll auch manch ausgefallene Fundstücke ans Tageslicht, etwa ein Regiestuhl, Handschellen und ein Reisepass. "Viele größere Sachen haben wir leider nicht rausbekommen, weil sie zu tief im Schlick festgesessen haben", bedauerte Helferin Irmgard Selle.

Die 49-Jährige zeigte sich bestürzt über die Müllmenge im Fluss: "Es war erschreckend. Da ist es umso besser, wenn seitens der Stadt eine solche Aktion organisiert wird", betonte sie. Das dachten sich auch viele andere Leverkusener wieder. Nachdem Ende voriger Woche vor allem Schulen und Kitas dem Unrat an den Kragen gegangen waren, sammelten am Samstag überwiegend Vereine und Privatleute im Rahmen der 15. Ausgabe der Aktion "Wir für unsere Stadt" Müll ein.

Besonders eifrig waren die Bewohner Hitdorfs: Unter anderem zehn Mitglieder des dortigen Männerchors trugen dazu bei, das Rheinufer von Unrat zu befreien. "Uns macht es Spaß, unseren Stadtteil sauber zu halten, nebenbei präsentieren wir uns dabei auch der Öffentlichkeit", sagte der Vorsitzende Hans-Werner Rauen. Gerade wegen des Hochwassers vor wenigen Wochen sei einiges an Müll zusammengekommen. "Es ist auch noch viel übrig von Karneval und Silvester."

Die T-Shirts mit der Aufschrift "Hitdorf, ich tu's für dich", die der Chor vor ein paar Jahren für die Aktion hatte anfertigen lassen, mussten aufgrund des kühlen Wetters im Schrank bleiben. Dafür traten die Männer mit ihren roten Chor-Mützen einheitlich zum Frühjahrsputz an. Stärkung gab's nach getaner Arbeit im Haus des Vorsitzenden in Form von Linsensuppe und Bier.

Der Tauchclub "Sea Ghosts Leverkusen" nahm sich derweil den Silbersee in Küppersteg vor. Acht Taucher holten bei sechs Grad Wassertemperatur unter anderem zwei Fahrräder, einen Einkaufswagen und eine Couch an Land. "In diesem See ist Tauchen normal nicht erlaubt, daher macht es schon Spaß, einmal im Jahr hier reinzugehen und aufzuräumen", sagte der Vorsitzende Olaf Plitong. Die Jugendabteilung des Technischen Hilfswerks widmete sich einem anderen Leverkusener Gewässer: Die Zehn- bis 17-Jährigen durchkämmten in zwei Gruppen aufgeteilt das Ufergebiet des Oulusees nach Müll. Tim, Maik, Simon, Ralf, Johannes und ihr Betreuer Dennis nahmen sich vor allem den Bereich unter der Brücke vor. "Hier liegt immer am meisten Müll, vor allem Glasflaschen", berichtete Maik, der die Scherben mit einem Besen zusammenkehrte.

Nach der ersten Stunde hatte die Truppe einen Sack Müll gesammelt. "Ich habe das Gefühl, dass es jedes Jahr weniger wird", sagte der 15-Jährige. Auch abseits von Flüssen und Seen waren viele Leverkusener Putzteufel freilich aktiv. Der Pfadfinderstamm Hagen von Tronje etwa beteiligte sich zum ersten Mal an der Säuberungsaktion der Stadt und durchstreifte dabei das Wiehbachtal. "Pfadfinder schützen die Umwelt, und wir möchten den Teil, den wir selber nutzen, auch sauber halten", betonte Meuteführerin Wiebke Seegers. Die Gruppe hatte zum Schluss einige Müllsäcke voll. "Dass es so viel wird, hätten wir nicht gedacht", sagte Seegers. "Nächstes Jahr wollen wir auf jeden Fall wieder mitmachen."

(jube)
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