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Leverkusen
Putzteufel bringen Stadt auf Hochglanz

Leverkusen: Putzteufel bringen Stadt auf Hochglanz
Erzieher Frank Heyl mit den Putzteufelchen von der Kita Sandstraße. Die Kinder sammelten gestern in ihrer "Spielkuhle" auf einem Areal hinter der Einrichtung allerlei Müll, sogar ein altes Fahrrad. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Seit 14 Jahren gibt es nun die Putzaktion "Wir für unsere Stadt", bei der sich viele Leverkusener in Gruppen aufmachen, um die Straßen von Müll und Unrat zu befreien. In diesem Jahr haben sich mehr als 7000 Menschen dazu angemeldet. Von Tobias Brücker

In Leverkusen ist der Teufel los. Keiner mit Pferdehufen, einem Dreizack, einem spitzen Schwanz und Hörnern. Es sind viele kleine und große Putzteufel, die die Stadt in diesen Tagen auf Hochglanz bringen. Seit 13 Jahren gibt es die Aktion. "Wir für unsere Stadt" heißt sie, und dieses Mal haben sich laut Stadtmitarbeiterin Birgit Conrad, die das Projekt leitet, über 7000 Leverkusen in rund 158 Gruppe angemeldet - ebenso viele wie in der Landeshauptstadt.

"In Düsseldorf, einer Stadt mit rund 600 000 Einwohnern, haben sich genauso viele gemeldet, wie hier in Leverkusen, wo circa 160 000 Menschen leben", sagt Conrad. Die Quote in Leverkusen ist also besser. Besonders Schulen und Kindergärten sind eifrig im Müllsammeln. Hier scheint das Bewusstsein für Natur und Umwelt schon früh in den Köpfen der Kinder verankert zu werden.

So gehen auch die Vorschulkinder der Kindertagesstätte in der Sandstraße mit Handschuhen, Greifzangen und Schaufeln bewaffnet auf die Jagd nach unachtsam weggeworfenen Gegenständen. Ort des Geschehens: ihr Lieblingsspielort, der direkt hinter der Kita liegt. Dort gibt es eine Kuhle, an der sich Fahrradfahrer recht hohe Rampen gebaut haben, an denen die Kinder hinaufklettern, herunterrutschen und Bergsteiger spielen, wie sie lauthals gemeinsam verkünden. Ehrensache, dass sie sich diesen Platz zum Saubermachen ausgesucht haben. Und dabei haben sie so einiges gefunden. Von einem Grillrost, über Schraubenzieher, bis hin zu einem kaputten Fahrrad. "Drei Tüten voll haben wir gesammelt", sagt der fünfjährige Elias, der damit laut Erzieher Frank Heyl noch untertreibt. Fünf Säcke seien es gewesen.

Das Wichtigste ist aber für die 19 Putzteufelchen, dass es großen Spaß gemacht hat, ihre Kuhle sauber zu machen und dabei allerlei Dinge zu finden. Außerdem nehmen sie ganz nebenbei noch etwas anderes mit in den Alltag: "Wir haben gelernt zusammenzuarbeiten, als Team", erzählt der sechs Jahre alte Benjamin ganz stolz.

Dieser Zusammenhalt ist es, auf den auch Birgit Conrad setzt. "Diese Aktion soll Lust auf Leverkusen machen", sagt sie. Es gehe darum, Verantwortung zu übernehmen und zu merken, wie mühsam das Aufsammeln des Unrats sei. "Wir müssen zusammenstehen. Es gibt nichts Wichtigeres als das Wir-Gefühl. Alleine kann man die Welt nicht retten."

Heute und morgen läuft das große Putzen noch. Alle können dabei mitmachen. Ob als Einzelperson oder in der Gruppe. Conrad düst den ganzen Tag durchs Stadtgebiet und besucht die Saubermacher. "Wenn mich jemand anruft, dann bringe ich denjenigen gerne Handschuhe vorbei", verspricht sie. Na, dann los - Rufnummer: 0214 406-3388.

Quelle: RP
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