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Leverkusen
Putzteufel schreckt selbst der Schnee nicht ab

Leverkusen: Putzteufel schreckt selbst der Schnee nicht ab
Ungeahnter Fund: Taucher Hauke Hansen (links) übergibt Stephan Dörpinghaus einen echten Tresor, den offenbar jemand in den Fluten versenkt hatte. FOTO: uwe miserius
Leverkusen. Für den gesammelten Müll waren rund 35 Container aufgestellt und etwa 125 Sammelstellen im Leverkusener Stadtgebiet eingerichtet worden. Von Gabi Knops-Feiler

Zum 17. Mal lief die dreitägige Leverkusener Putz-Aktion und tausende "Putzteufel" befreiten die Stadt vom Müll. "Schnee hatten wir bisher noch nie", sagte Organisatorin Birgit Conrads, als sie zusammen mit Maskottchen, Oberbürgermeister Uwe Richrath und Kulturdezernent Marc Adomat unterwegs war, um sich bei etlichen von insgesamt 8452 angemeldeten Helfern aus Schulen und Kindergärten, Vereinen und Verbänden - und somit mehr als im Vorjahr - persönlich zu bedanken.

Für den gesammelten Müll waren rund 35 Container aufgestellt und etwa 125 Sammelstellen im Stadtgebiet eingerichtet worden. Gewichtsmäßig dürfte zuletzt weniger Unrat gesammelt worden sein. Denn wegen des Wetters hatten zahlreiche Teilnehmer abgesagt. Wie zum Beispiel Georg Sanders und das Kanu-Team, die nicht bei Schnee und Eis auf der Wupper treiben wollten. Ins Wasser gegangen sind dagegen zehn Akteure vom Leverkusener Tauchclub "Sea-Ghosts". Selbst eisige Kälte konnte die Beteiligten nicht davon abhalten, zum sechsten Mal an der Putzaktion mitzuwirken.

Im Gegenteil: Das Wasser im Küppersteger "Silbersee" war mit vier Grad mindestens drei Grad wärmer, als die Luft. In ihren gut isolierten Anzügen kamen die Taucher sogar ins Schwitzen. Nur die Sicht zwischen null und drei Metern ließ zu wünschen übrig. Einige Gegenstände, wie die Signalleuchte in Ufernähe, wurden daher mehr gefühlt, als gesehen. Ein geborgener Tresor wurde später von der Polizei abgeholt.

"Vielleicht lässt er sich anhand der Serien-Nummer einem Einbruch zuordnen", vermutete Taucher Michael Mahler. Gab es Gegenstände, die schon lange im Wasser lagen und Muscheln angesetzt hatten, blieben sie dort. Dazu gehörte die Couch in der Mitte des Sees. Leute müssen sie wohl dorthin gebracht haben, während der See zugefroren war, nahm Tauchlehrer Olaf Plitong an. Ans Tageslicht kamen überdies Autoreifen, Zelte und jede Menge Flaschen, die nach Partys offenbar gezielt im Wasser entsorgt wurden.

"Das verstehe ich nicht", sagte Plitong enttäuscht. "Die Leute verunreinigen das Wasser, statt froh zu sein, dass sie den See nutzen dürfen." Aber nicht nur Taucher kümmerten sich um das Areal. Seit dem Vorjahr sind auch die Handball-"Elfen" vom TSV Bayer 04 rund um den See im Einsatz. Diesmal seien 19 Mädels mit von der Partie, erzählten Mia Zschocke und Vanessa Fehr, als sie die Taucher mit zwei gut gefüllten Müllsäcken passierten. Nicht minder stark war der Sportanglerverein SAV Bayer Leverkusen und Angelsportverein ASV Opladen vertreten, der Ränder und Böschungen am Baggersee von Hinterlassenschaften befreite.

Zum ersten Mal mitgewirkt haben 20 Aktive vom Lauftreff des TuS 82 Opladen. Ultraläufer Sven Siegemund hatte den entscheidenden Tipp zur Teilnahme gegeben, die aber künftig zum Standard werden soll. Jüngste Helferin war die zweijährige Lea, die das Team mit einem kleinen Kinderbesen unterstützte.

Zwei Stunden waren die Sportler mit ihren Abteilungsleitern Marlene Kochanek und Achim Hornig rund zehn Kilometer um den Opladener Sportplatz Birkenberg unterwegs. Gefunden hatten sie währenddessen nicht nur Säcke voller Zement, Reifen und ein altes Handy. Sondern auch jede Menge Plastikmüll.

Offenbar hatten Bauarbeiter einen Teil des Bauschutts in die Böschungen entsorgt, denn von dort mussten engagierte Helfer etliche gelbe Kunststoffrohre und weiteres Material wie Pylone oder Spanngurte aus dem Unterholz holen und mit dem Bollerwagen zum Container bringen. Hobbysportler Frank Stein, Leverkusens einstiger Kämmerer, meinte: "Es hat sich gelohnt, dass wir unterwegs waren." Wie viel Abfall genau zusammen gekommen ist, das steht erst heute fest.

Quelle: RP
 
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