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Leverkusen
Radweg: tonnenweise Schotter verschwunden

Leverkusen: Radweg: tonnenweise Schotter verschwunden
Die Balkantrassen-Initiative um Vorsitzenden Karl-Friedrich Weber (l.) feierte ihr Helferfest unter einer Brücke der L 232 und demonstriert für den fotografen, was ihnen fehlt: echter Schotter für den Unterbau des künftigen 5,5 Kilometer langen Rad- und Fußweges. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Das fehlende Material auf dem künftigen Rad- und Fußweg hat einen Wert von 10 000 Euro. Eine Zwischenbilanz. Von Gabi Knops-Feiler und Ulrich Schütz

Die Balkantrassen-Initiative muss einen finanziellen Rückschlag verkraften. Nach Angaben von Sprecher Jürgen Wasse fehlen auf einem etwa 300 Meter langen, relativ einsam gelegenen Abschnitt zwischen Atzlenbach und der Straße Auf dem Bohnbüchel rund 1800 Tonnen Schotter. Der typische Bahntrassenbelages sollte als Unterbau für den Rad- und Fußweg dienen. Die Menge entspricht einem Wert von über 10 000 Euro. Geld, das laut Vorsitzendem Karl-Friedrich Weber "bei Beantragung der Fördermittel nicht berücksichtigt war" und das jetzt in der Kasse fehlt.

"Wir haben keinen Beweis, das und von wem der Schotter geklaut wurde", berichtete Schatzmeister Manfred Haußmann beim Helferfest unter einer Trassenbrücke. Aufgefüllt werden soll diese Lücke möglichst mit Unterstützung der Bevölkerung. Bei vielen Gelegenheiten und Festen in nächster Zeit wirbt der Verein mit dem Slogan "Schotter für Schotter".

Obwohl Vorstand und Helfer des Fördervereins "Balkantrasse Leverkusen" einen Rückschritt hinnehmen müssen, lassen sie keineswegs nach, den Ausbau des Rad- und Wanderweges zwischen Opladen und Burscheid weiter zu treiben. Die Leverkusener sind mit ihrem Projekt im Vergleich zu den Nachbarkommunen auch spät dran. Die Strecke auf der ehemaligen Eisenbahnlinie ist bis Radevormwald fast durchgängig als Touristenroute nutzbar. Derzeit lässt die Stadt Burscheid die Lücke bis zur Leverkusener Stadtgrenze fertigstellen. Dann fehlt in Burscheid nur noch der Bereich an der B 51, der wegen geplanter Straßenbauarbeiten noch offen bleiben muss. Insgesamt steckten Burscheider rund eine halbe Million Euro in die Balkantrasse, berichtete Bürgermeister Stefan Caplan im Gespräch mit unserer Zeitung.

In Leverkusen haben jetzt – und während der Zuwendungsbescheid des Landes über die Zahlung von Zuschüssen für Ende Mai erwartet wird – etwa 60 Helfer tausende Stunden gearbeitet, um den Leverkusener Radweg über 5,5 Kilometer auf sechs Meter Breite und vier Meter Höhe frei zu schneiden. Unzählige Bäume, Büsche und Brombeerhecken sind bei den Aufräumarbeiten verschwunden. Auch die Brücken wurden vorbereitend freigelegt. Dank des langen Winters durfte trotz Schonzeit insgesamt acht Tage länger gearbeitet werden.

Sobald die Finanzierung bewilligt ist, geht es laut Bürgerinitiative zügig weiter. Es werden dann die Bauarbeiten zur Vergabe ausgeschrieben. Aber schon jetzt, das hat der Vorstand beobachtet, wird die Strecke von Wanderern, allesamt ausgerüstet mit festem Schuhwerk, gut angenommen.

(RP/ac)
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