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Analyse
Rainer Deppe will Schnellbus Richtung Leverkusen

Leverkusen. Auch auf Kreisebene setzt die CDU ein Ausrufezeichen: Rainer Deppe holt das Direktmandat diesmal wieder mit deutlichem Vorsprung. Heike Engels (SPD) konnte nicht genügend Wähler überzeugen. Christian Lindner sichert der FDP viele Zweitstimmen. Von Sebastian Radermacher

Nicht nur auf Landesebene hat die CDU die politischen Kräfteverhältnisse deutlich verschoben - auch in den beiden Wahlkreisen des Rheinisch-Bergischen Kreises ist das so. Beide Kandidaten holten ihre Direktmandate. Rainer Deppe zieht als Vertreter des Wahlkreises 22, zu dem Leichlingen gehört, zum vierten Mal direkt in den Landtag ein. Parteikollege Holger Müller holte sich nach der Niederlage gegen SPD-Kandidatin Helene Hammelrath 2012 den Wahlkreis zurück.

Was heißt das für die Belange des Kreises? In den vergangenen fünf Jahren konnte Deppe den Schwarzen Peter der rot-grünen Landesregierung zuschieben: Die Kommunen werden nicht ausreichend unterstützt, finanzielle Mittel kommen nicht im Bergischen Land an. Damit ist jetzt Schluss, denn nun muss die CDU liefern. Rainer Deppe ist sich dessen bewusst: "Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Rheinisch-Bergische Kreis bei wichtigen Entscheidungen gut wegkommt und berücksichtigt wird." Diese Hauptthemen werde er im Landtag forcieren: a) die Verkehrsentwicklung, zu dem auf Kreisebene ein Konzept erarbeitet worden ist. So soll ab Ende 2018 etwa ein Schnellbus Richtung Leverkusen fahren und die Anbindung an die Rheinschiene verbessern. Dies sei aber nur sinnvoll, wenn - das ist Landessache - am Kölner Hauptbahnhof und in Deutz weitere Bahnsteige für den S-Bahn-Verkehr geschaffen würden;

b) Es bestehe dringender Handlungsbedarf beim Thema Wohnungseinbrüche. "Wichtig ist, dass die Polizei die Mittel erhält, die sie benötigt. Und das entsprechend das Personal aufgestockt wird", sagt Deppe.

Rainer Deppe (60) hat im Wahlkampf davon profitiert, dass er sich im Wahlkreis in den vergangenen Jahren einen hohen Bekanntheitsgrad erarbeitet hat. Dies gelang SPD-Kandidatin Heike Engels nicht im erhofften Maße. Sie bekam zudem vor allem die Unzufriedenheit der Wähler mit der Arbeit der rot-grünen NRW-Regierung zu spüren. Und womöglich, dass sie im Südkreis nicht so bekannt ist wie Deppe.

Bei den Erststimmen legte dieser mit 47 Prozent der Stimmen im Vergleich zu 2012 um 10,4 Prozent zu. Heike Engels (28,3 Prozent) verlor 5,7 Prozent. Immerhin: Der Verlust fiel geringer aus als bei den Zweitstimmen - dort gab es ein Minus von acht Prozent.

Erstaunlich ist das Ergebnis der FDP bei den Zweitstimmen. 17,2 Prozent holten die Liberalen im Wahlkreis. Das ist ein Plus von drei Prozent und wohl eindeutig ein Lindner-Effekt.

Quelle: RP
 
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