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Leverkusen
Ratsherr Richrath plädiert für städtisch geförderten Wohnbau

Leverkusen. Wohnen wird in Leverkusen immer teurer. Preise für Eigentumswohnungen und Eigenheime aber auch für Mietwohnungen steigen. Wie kann dieser Trend gestoppt werden? Darüber debattierten unter anderem Oberbürgermeister-Kandidat Uwe Richrath, André Juffern (Mieterverein Leverkusen) und Gast Andreas Mrkvicka (Vorsitzender der Bezirksentwicklungskommission aus Wien) im Sängerheim Opladen. Die Podiumsdiskussion wurde unter dem Motto "Regional denken & lokal handeln - Wohnen in Opladen" vom SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Hartmann moderiert. Von Tobias Falke

Auf seinen Reisen fällt Hartmann oft auf, dass es in und um Leverkusen viele Baustellen gibt. Aktuell sei das unter anderem vor allem in der neuen Bahnstadt so. Man bekäme als Außenstehender den Eindruck, dass in Leverkusen viele Flächen frei seien und es sehr einfach sei, sowohl neuen als auch günstigen Wohnraum zu gestalten. Doch der Schein trüge.

Ratsherr Uwe Richrath analysierte: "Die Menschen werden immer älter und unmobiler. Deshalb brauchen wir neue Bauten mit barrierefreien Zugängen. Wir haben viele Bestände aus den 60er und 70er Jahren aber der Standard ist veraltet." Seine Lösung: "Hier müssen wir umbauen und Flächen schaffen, die bezahlbar sind", erklärte Richrath und verdeutlichte weiter: "Wir haben offiziell eine Leerstandsquote von 1,7 Prozent, die allerdings real noch viel geringer ist." André Juffern bekräftigte diese Aussage: "Junge Familien müssen oftmals in Leverkusen rund zwei Jahre warten, bis sie eine Wohnung in ihrer Größenordnung finden, die dann auch noch bezahlbar ist".

Für Uwe Richrath sind die Investgesellschaften das große Problem. Sie seien nur dem Kapitalmarkt verpflichtet und würden sich nur die schönsten Stellen in der Stadt aussuchen. Es gehe ihnen rein um Gewinnmaximierung. Deshalb machte er sich dafür stark, dass die letzten freien Flächen in der Stadt auch durch WGL und Bauverein in städtischer Hand bleiben sollen: "Ich werde alles daran setzen, dass die Westseite der neuen Bahnstadt städtisch bleibt und hier unter anderem Sozialbauten entstehen, die bezahlbar sind."

Dass dies funktionieren kann, zeige das Beispiel aus Wien. Laut Andreas Mrkvicka ist dort ein jährlicher Zuwachs von rund 30 000 Menschen vorhanden. Auch hier besteht ein ähnliches Problem: Es sind nicht ausreichende Flächen vorhanden. Dennoch ist die Stadt Eigentümer von mehr als 220 000 Wohnungen. Somit profitieren rund zwei Drittel der Wiener vom geförderten Wohnbau. In Leverkusen sei dies momentan aber undenkbar.

Quelle: RP
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