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Leverkusen
"Ratzefatze mit Händen und Haxe"

Leverkusen. "Ja, der Maxe mit der dicken Tatze spielt Ratzefatze mit Händen und mit Haxe" sangen rund 30 begeisterte Kinder lautstark in der Bielertkirche. Ein richtiger Ohrwurm, den die Jungen und Mädchen auch nach dem Konzert immer wieder vor sich her sangen. Von Tobias Falke

Lädt ein Kirchenmusiker zu einem Orgelkonzert mit Stücken von Max Reger ein, kann man davon ausgehen, dass im Publikum eher grauhaarige Menschen den Klängen der Orgel lauschen. Familien mit Klein- oder Grundschulkindern sind da fast nie zu sehen. Doch anlässlich des 100. Todestages von Max Reger (1873 - 1916) nahmen Michael Porr und Caroline Roth den Komponisten als Anlass, eine "Mutmachgeschichte" als Kinderorgelkonzert zu präsentieren. Und die kam bei den Familien sehr gut an.

Gespannt lauschten Groß und Klein der Geschichte, die der Kantor der Bielertkirche an diesem Nachmittag erzählte. Caroline Roth schlüpfte dabei in die Rolle des "dicken" Max Regers und begleitete an der Orgel. So lernten die Kinder einiges über den Künstler, der tatsächlich von seinem Lehrer liebevoll "Der Maxe mit der dicken Tatze" genannt wurde. Er war unsportlich und keineswegs schlank, und dennoch gelang es ihm, sich seinen Kritikern zu widersetzen und als musikalisches Wunderkind in die Geschichte einzugehen.

Auch ein Original-Requisit von Max Reger durften die Kinder bestaunen: einen über 100 Jahre alten Orgelstuhl, der per Knopfdruck höhenverstellbar ist. Michael Porr hatte ihn Ende der 80er Jahre vom Patensohn Regers erhalten: "Ich habe damals mit dem Enkel von Fritz Stein gesungen", erinnerte sich der Kantor. Fritz Stein war gut mit Reger befreundet. Steins Sohn Max Martin Stein lernte Porr kennen. Im Keller des Stein-Hauses stand der Orgelstuhl, der auf dem Sperrmüll landen sollte. Weil da das Herz des Kirchenmusikers blutete, erhielt er das nostalgische Stück.

Doch nicht nur Max Reger stand im Mittelpunkt des Konzerts. Die Kinder durften am Ende des Stückes Fragen zur Orgel stellen. So erfuhren sie unter anderem, dass die Orgel in der Bielertkirche 2500 Pfeifen besitzt. Auch die Lautstärke sollte getestet werden, und als Caroline Roth alle 38 Register zog, hielten sich einige Kinder die Ohren zu.

Ein Junge wollte wissen, wie lange man denn brauche, um solch eine große Orgel zu bauen. "Da die Pfeifen von Hand hergestellt werden, dauert es je nach Größe der Orgel mindestens zwei Jahre", antwortete Porr. Und führte aus, dass eine neue Orgel vor der Auslieferung erst einmal in einer großen Halle zum Testen komplett aufgebaut werden müsse.

Das nächste Kinderorgelkonzert des Orgelforums ist bereits in Planung. Im Frühjahr 2018 wird "Aladin mit der Wunderlampe" gezeigt.

Quelle: RP
 
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