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Leverkusen
Regen überspült Straßen und Festplatz

Blitzschlag und Überflutungen bei Unwetter in NRW
Blitzschlag und Überflutungen bei Unwetter in NRW FOTO: dpa, mku sab
Leverkusen. Der Starkregen setzte in Leverkusen Keller und Fahrbahnen unter Wasser. Feuerwehr und Technische Betriebe waren mit Pumpen vor Ort. Auch der Festplatz im Wuppermann-Park wurde überspült - zum Glück erst nach dem Konzert. Von Susanne Genath und Ludmilla Hauser

Während die Kölner Band "Kasalla" auf der Bühne im Wuppermann-Park den 4000 Zuschauern einen schönen Abschlussabend des Schützen- und Volksfestes Schlebusch bereitete, hatte Veranstalter Werner Nolden unschöne Farbenspiele auf dem Handy: Gegen 19 Uhr kam die erste Unwetterwarnung für Leverkusen in Orange, zehn Minuten später in Rot. Laut Radar sollte der Regen in der Nacht kommen. "Bis nachts um 3 Uhr haben wir im Wuppermann-Park abgebaut und bis auf ein Karussell und die Bühne alles vor dem Unwetter geschafft", berichtete Nolden. Gestern Morgen überzeugte er sich: Die Eile am Sonntagabend nach Konzertende war die richtige Entscheidung: "Vor der Bühne steht alles unter Wasser." Die Bühne selbst stehe auf Stahlplatten zum besseren Abtransport, so dass "wir das Fest ohne Schäden im Park beenden können".

Feuerwehr und Technische Betriebe Leverkusen (TBL) waren gestern Vormittag in Leverkusen damit beschäftigt, vollgelaufene Keller abzupumpen und sich um überspülte Straßen zu kümmern. Das Wasser staute sich unter anderem auf dem Europarings, aber auch auf Fixheider Straße, Schlebuscher Straße, Heinrich-Brüning-Straße, Elisabeth-Langgässer-Straße, Myliusstraße und Im Eisholz. Die TBL leerten die Sinkkästen.

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Die Feuerwehr entfernte zudem an der Odenthaler Straße einen in einen Bach gestürzten Baum, der den Bach aufstaute und eine nah gelegene Garage volllaufen ließ. Das Regenwasser überspülte darüber hinaus einen Teil der Autobahn A3. In Leichlingen meldete die Feuerwehr keine besonderen Vorkommnisse.

Die Leverkusener Müllabfuhr war von den Wassermassen nicht beeinträchtigt, berichtete Claus-Dieter Steinmetz, Sprecher der Anlagenbetriebe zur Verwertung und Entsorgung von Abfällen (Avea). Alles sei wie gewohnt abgefahren worden. "Allerdings mussten die Mitarbeiter häufiger die Dienstkleidung wechseln, weil sie durchnässt waren", sagte Steinmetz. "Solche Extremwetterlagen sind - wie auch Eis und Schnee - eine enorme Belastung. Schließlich stehen die Mitarbeiter während der Tour die ganze Zeit direkt hinter dem Wagen."

Veranstalter Werner Nolden, der Wetternachrichten von einem meteorologischen Dienst bezieht, steht derweil mit den zahlreichen Wetter-Apps auf Smartphones auf Kriegsfuß. "Jeder hat unterschiedliche und teilt diese Unwetterwarnungen auf Facebook." Das schüre einerseits Verunsicherung, andererseits stumpfe es die Menschen gegenüber Wetterwarnungen ab. Nolden musste am Freitagabend im Wuppermann-Park eine unschöne Erfahrung machen. "Über Dellbrück hatte sich ein Gewitter zusammengebraut. Ich bin vor dem ,Brings'-Konzert auf die Bühne gegangen und habe den Leuten gesagt, dass sich ein Gewitter gebildet hat, das wahrscheinlich Richtung Kölner Innenstadt abzieht", erzählte der Veranstalter gestern. Falls das Unwetter aber doch nach Schlebusch herüberkomme, werde er auf die Bühne kommen und die Gäste zu ihrer eigenen Sicherheit auffordern, nach Hause zu gehen, ohne zu buhen. "Daraufhin bin ich vom Publikum erst ausgebuht, dann ausgelacht worden", berichtete Nolden.

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Quelle: RP
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