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Leverkusen
Reise durch Leverkusener Kleingärten

Leverkusen: Reise durch Leverkusener Kleingärten
Gut geschütztes Netzfundament: Unser Fotograf Uwe Miserius entdeckte an einer Gartenlaube diese liebevoll hergerichtete Konstruktion zur Förderung des Vogelnachwuchses. FOTO: Miserius Uwe
Leverkusen. Am Samstag wurden alle Kleingartenvereine in Leverkusen für den Kleingartenwettbewerb 2016 bewertet. Von Isabell Konegen

Gemüse soweit das Auge reicht, umringt von Obstbäumen und feingeschnittenen Hecken. Eine gepflegte Kleingartenanlage ist nicht selbstverständlich, vor allem nicht überall anzutreffen. Deshalb fand am Samstag die Begutachtung der Leverkusener Kleingartenanlagen statt, um den gepflegtesten Gartenverein zu ermitteln. Als Preisrichter standen dabei zur Seite: Die jeweiligen Bezirksvorsteher, Vertreter der Stadt sowie des Stadtverbandes der Kleingärtner. Deren Bewertung orientiert sich an Kriterien, wie beispielsweise dem Zustand der Infrastruktur in der Anlage, dem Pflegezustand der einzelnen Gärten und dem Gesamteindruck der Gartenanlage. In jeder Kategorie können maximal zehn Punkte vergeben werden.

Ein straffer Zeitplan machte es möglich, 14 Kleingartenanlagen an einem Tag zu begutachten. "Kleingärten haben eine wichtige Funktion für die Gesellschaft", sagt Bezirksvorsteher Rainer Schiefer, "sie verbessern das Klima enorm." Kleingartenvereine sorgen für Sauerstoff und Vitalität. Denn Gartenpflege wird oft unterschätzt und ist weit mehr anstrengender, als so mancher denkt. Das findet auch Garteninhaberin Ursula Meyer aus der Gartenanlage Holzer Wiesen: "Wenn ein Garten schön sein soll, dann muss er auch jeden Tag gepflegt werden."

Sie und ihr Mann Hermann Meyer haben ihren Garten seit 16 Jahren, also seit der Gründung des Vereins. "Wir haben hier auch anfangs Kabel verlegt und die Wege gemacht", berichtet Hermann Meyer stolz. Ihr Mantra: "Das schönste am Garten ist das Gießen!", lautet ein Spruch an ihrem Häuschen.

In ihrem Garten findet man eine bunte Sammlung von Gemüse und Beeren - Kohlrabi, Bohnen, Kartoffeln, Himbeeren und noch viel mehr. Dass ein Garten auch wichtig ist für das Miteinander der Generationen, bestätigt Ursula Meyer: "Unser Enkel spielt gerne hier. Für ihn haben wir die Beeren gepflanzt".

So beliebt ein Kleingarten bei vielen Bürgern auch ist, noch reizender ist er für Einbrecher. Wegen der kleinen Schlösser an den Gartenhäuschen und Geräteschuppen haben sie leichtes Spiel. Auch die Lage ist ihnen sehr zuvorkommend, da Kleingartenvereine meist abgelegen sind. Mitgenommen wird alles, was da ist und einen gewissen Wert hat: Rasenmäher, Satellitenschüsseln, Bohrmaschinen und Heckenscheren gehören zum Beuteschema der Diebe. Auch die Meyers waren bereits Opfer: "Bei uns haben sie zwei Mal eingebrochen. Bei anderen Mitgliedern sogar schon vier oder fünf Mal", berichtet die Hobbygärtnerin.

Doch an den diesjährigen Sieg vom Kleingartenverein Holzer Wiesen glaubt das Ehepaar nicht. Anders als Schiefer: "Holzer Wiesen ist eine junge Anlage, die sich wirklich herausgemacht hat", findet er. "Ein wichtiger Bestandteil ist vor allem der Kinderspielplatz", sagt der Opladener. Und den hat Holzer Wiesen auf alle Fälle, wenn auch nicht in großer Ausführung.

Ob das zum Sieg reicht, wird am 4. November, 18 Uhr, im Glashaus des Neulandparks verkündet. Dort findet die Verleihung für den ersten bis dritten Platz statt. "Für den Sieger gibt es eine Prämie von 250 Euro, der zweite Sieger erhält 200 Euro und der dritte 100 Euro", sagt Thomas Korioth, Vize-Vorsitzender im Stadtverband. "Der Geldbetrag ist dann für die jeweilige Gartenanlage bestimmt." Gespendet werden die Gelder von den drei Bezirksvertretungen.

Um zu erfahren, wer als erster Platz die "Goldene Gießkanne" erhält, muss man sich also noch gedulden. Doch eines steht für Schiefer beim Thema Kleingartenanlagen bereits fest: "Das ist Gemeinschaft und das ist vernünftig."

Quelle: RP
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