| 00.00 Uhr

Leverkusen
Reiter brauchen Zeit für ihr Hobby

Leverkusen. In einem alten Sprichwort heißt es: "Alles Glück dieser Erde, liegt auf dem Rücken der Pferde." Doch der Reitsport unterliegt aktuell heftigen Erschütterungen, Reitervereine stöhnen wegen Mitgliederschwund. Prallvolle Terminkalender von Kindern sorgen dafür, dass der Nachwuchs ausbleibt. Und überhaupt: Wer kann sich Reiten eigentlich noch leisten? Von Gabi Knops-Feiler

"Reiten hat zwar ein elitäres Image, aber es ist kein Sport für Reiche", erklärte Jens Bonow, Vorstandsmitglied beim gemeinnützigen Reitverein "Teitscheider Hof". Jetzt hatte der Verein (190 Mitglieder) um Vorsitzenden Jörg Prochnow im Rahmen des bundesweiten Aktionstages der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zum "Tag der offenen Stalltür" eingeladen.

Wegen des schönen Wetters strömten weit mehr Besucher auf das 19 Hektar große Gelände des höchst gelegenen Hofes in Leverkusen als erwartet. Dort sahen sie beispielsweise Reitstunden für Spät- und Wiedereinsteiger über 40 Jahre oder verfolgten diverse Trainings- und Dressurstunden in der Halle und auf dem Platz. Besucherin Saskia (29) nutzte die Gelegenheit, ihrer dreijährigen Tochter Hailey Sue drei Runden auf dem Pferd für 50 Cent zu ermöglichen. "Die Kleine liebt Pferde, und ich liebe mein Kind", sagte die junge Mutter. Aber ob sie als Alleinerziehende ihr diesen Wunsch erfüllen könne, sei vom Preis abhängig.

Reiten müsse nicht teuer sein, sagte Olivia Nellen, sportliche Leiterin und Jugendwartin des Vereins, und empfahl den sogenannten "Rupf"-Kursus (Rund ums Pferd), in dem Kinder bis zehn Jahren allmählich ans Reiten herangeführt werden. Zwar gebe es einen riesigen Markt, der Milliarden-Umsätze mit Ausrüstung wie Sattel, Decken, Halfter oder Reitstiefel verdiene, ergänzte Nellen. Aber es gehe auch günstiger: So erhalte man Lederstiefel für unter 100 Euro.

Ohnehin sei das Motto des Teitscheider Hofes "Down to earth" (Runter zur Erde). Dort drehe es sich in erster Linie um den Spaß am Sport und um artgerechte Haltung. "Wir versuchen, sportlich etwas zu bieten und zugleich den Pferden genügend Bewegung mit ihren Artgenossen zu verschaffen", sagte Olivia Nellen.

Abseits vom Geld sei Reiten auf jeden Fall ein zeitintensives Hobby, erklärte Prochnow. Die Pferde müssten täglich mindestens ein bis zwei Stunden bewegt werden. Mit Absatteln und Putzen verbrächten Reiter täglich locker zwei bis drei Stunden am und im Stall. "Reiten ist ein Hobby für Menschen, die sich insgesamt ein bisschen mehr gönnen, auch Zeit."

Info rsg-leverkusen.com

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leverkusen: Reiter brauchen Zeit für ihr Hobby


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.