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Leverkusen
Rettung geprobt nach Landeunfall

Leverkusen: Rettung geprobt nach Landeunfall
Bevor Rettungskräfte die zwei Insassen aus dem Cockpit retten, werden Verletzungen und Beschwerden der "Verunglückten" erfasst. FOTO: Miserius Uwe
Leverkusen. In einer Übung simulierten die Berufsfeuerwehren Leverkusen und Köln einen Flugzeugabsturz auf dem Kurtekotten Von Julia Zuew

Von der Flugmaschine steigt Qualm auf. Die Cessna hat eine Bruchlandung erlitten. Im Cockpit befinden sich zwei Personen. So lautet zumindest das Szenario der Übung auf dem Flugplatz des Luftsportclubs (LSC) Bayer Leverkusen. Aus der Ferne hallt bereits das Horn der Einsatzfahrzeuge, und nur wenige Minuten später fährt der erste Löschzug aufs Gelände des LSC in Wiesdorf.

Als die rote Kolonne mit Blaulicht angerückt ist, geht alles schnell: Die Schläuche werden ausgerollt, der Innenraum des Flugzeugs geöffnet, die Rettungskräfte erfassen den Zustand der Betroffenen im Cockpit. Auch die Gespräche zwischen den einzelnen Rettungskräften und mit den "Verunglückten" sind keineswegs nur ein Scherz: Es wird nach Beschwerden gefragt, Verletzungen werden benannt und per Funk weitergegeben. Auch die Abteilung vom Brandschutz bespricht die Lage, als wäre der Qualm nicht nur der Dunst einer Rauchmaschine. In den Köpfen und Dialogen der Beteiligten ist das abgestürzte Flugzeug Realität.

Der verletzte Pilot ist bereit zum Transport. Um weitere Verletzungen zu vermeiden, wird der Patient auf der Liege gesichert. FOTO: Miserius Uwe

Die Flugplatzübung war von der Bezirksregierung verordnet worden. "Es wird darauf geachtet, dass insbesondere große Flughäfen solche Übungen durchführen", sagt Herbert Isbanner, Geschäftsführer des LSC Bayer Leverkusen. "Aber auch wir müssen solche Tests durchlaufen." Dabei profitieren von der Simulation sowohl die Flugplatzbetreiber, als auch die Feuerwehr: "Wir müssen in regelmäßigen Abständen überprüfen, wie die Zusammenarbeit zwischen dem Flugplatz und den externen Kräften klappt", sagt Wolfgang Montag, zuständig für die Einsatzplanung und -vorbereitung bei der Berufsfeuerwehr Leverkusen.

Dazu gehört beispielsweise zu kontrollieren, wie gut erreichbar die Unfallstelle ist. In der Echtzeit-Simulation fällt schnell auf, wenn es an einer Schranke, versperrten Zufahrtswegen oder anderen Stellen hakt und etwas verbessert werden sollte, und auch für den Trupp der Feuerwehr ist die Übung jedes Mal ein Probelauf für den Ernstfall.

Kein echter Qualm und keine Flammen, trotzdem in Stellung: Für die Einsatzkräfte ist die Simulation auf dem Flugplatz Kurtekotten ein Probelauf für den Ernstfall. Von der Übung profitieren Flugplatzbetreiber und Feuerwehr gemeinsam. FOTO: Uwe Miserius

Die Teamarbeit mit den Kollegen von der Kölner Berufsfeuerwehr werde ebenfalls erprobt, auch wenn die Zusammenarbeit im Arbeitsalltag "eher selten" zustande kommt, sagt Montag. Der LSC gehört zwar zum Territorium von Köln, die Leverkusener Feuer- und Rettungswache ist jedoch nur fünf Minuten Fahrtweg entfernt von dem Flugplatz.

Tatsächlich wird das Personal der Feuer- und Rettungswachen bei derartigen Übungen nicht selten überrascht, berichtet Jessika Freywald, als Beobachterin von der Berufsfeuerwehr Köln bei der Übung anwesend. "Diesmal war die Übung jedoch abgesprochen, da unsere Kollegen dazustoßen." Doch auch in diesem Fall ist Einsatz unter lebensechten Bedingungen und Zeitdruck gefordert: Sobald der Einruf bei der Leitstelle eingeht, macht sich die Mannschaft auf den Weg. So waren beide Feuerwehren bei der Simulation auf schnellem Fuß unterwegs: Drei Minuten nach Alarmierung rückten die Leverkusener Fahrzeuge bereits an, fünf Minuten später folgte der Kölner Löschzug.

Doch wie sieht es aus, wenn es während der Übung anderswo brennt - und zwar richtig? "Wir versuchen dann, das ganze Stadtgebiet zu nutzen. Es gibt weitere Einsatzkräfte, die dann zur Verfügung stehen würden", sagt Freywald. Im Ernstfall müsste die Übung abgebrochen werden.

An diesem Tag war das Timing für Leverkusen jedoch auf die Sekunde passend: Nach der Übung auf dem Landeplatz ging es für den Löschzug zu einem echten Einsatz.

Quelle: RP
 
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