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Leverkusen
Rewe-Streit - Dezernentin greift CDU-Ratsherrn frontal an

Leverkusen: Rewe-Streit - Dezernentin greift CDU-Ratsherrn frontal an
Dezernentin Andrea Deppe attackierte den Ratsherrn hart. FOTO: LH
Leverkusen. Der politische Kampf um oder gegen das Rewe-Supermarkt-Projekt Schlebusch hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Von Ulrich Schütz

Die Leverkusener Baudezernentin Andrea Deppe attackierte im Bauausschuss am Dienstag den CDU-Ratsherrn Bernhard Marewski sehr hart. Schwert statt Florett lautete Deppes Wahl der rhetorischen Mittel. Die Dezernentin zweifelte Marewskis Kenntnisse im Baurecht an.

Der erfahrene Ratsherr hatte der Bauverwaltung beim Rewe-Projekt "eklatante Verfahrensfehler" vorgeworfen. Damit verwies er auf die inhaltsschweren Schreiben von zwei Rechtsanwälten, die gegen das Rewe-Projekt kämpfen und gegebenenfalls klagen wollen. Deppe parierte dies so: "Wir brauchen von Ihnen keinen Nachhilfeunterricht."

Auch Marewski und sein Parteifreund Frank Schönberger sowie der CDU-Bündnispartner Bündnis 90/Die Grünen lieferten sich einen unsanften Schlagabtausch. Das Ergebnis aber ist: Das Bebauungsplanverfahren für das Rewe-Projekt läuft unverändert weiter. Ziel: Genehmigung eines bis zu 1750 qm großen Marktes (Vollsortimenter) an der Reuterstraße (nahe Willy-Brandt-Ring).

Der CDU-Antrag, das Verfahren ganz zu stoppen, wurde mit acht zu neun Stimmen abgelehnt. Bemerkenswert: CDU-Ratsherr und Parteichef Frank Schönberger enthielt sich der Stimme, obwohl seine Fraktion intern den Ausstieg aus den Rewe-Plänen beschlossen hatte. "Wenn wir das Verfahren aufheben, folgt Stillstand für das Areal", warnte Schönberger. Die Politik müsse alles tun, um den Rewe-Plan zu modifizieren. Er meinte damit den Antrag der Grünen: Sie fordern von Rewe den Verzicht auf oberirdische Parkplätze, dafür solle eine Tiefgarage her. Zudem reichten zunächst 1200 qm Verkaufsfläche. Die Grünen wollen auch eine stärkere Sicherung der Schulwege zur Grundschule, die ans Rewe-Areal grenzt. Auch dies lehnte der Ausschuss ab. Die Grünen wollen nun Rewe in internen Gesprächen dazu bringen, freiwillig die Forderungen umzusetzen. Das letzte Wort hat der Stadtrat. Da dürfte es knapp werden.

Quelle: RP
 
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