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Leverkusen
Rewe zahlt Geld ohne Automatengebühren aus

Leverkusen. Das Bundeskartellamt überprüft derzeit Geldinstitute und hat deshalb Fragebögen an 280 Institute geschickt. Grund der Prüfung: der drastische Gebührenanstieg an Geldautomaten. Volksbank Rhein-Wupper und Sparkasse Leverkusen haben keine Post von der Wettbewerbsbehörde gekommen, wissen aber um die Gebührenproblematik. Von Ludmilla Hauser

"Da ist vor Jahren etwas bei der EU-Rechtssprechung schief gelaufen", sagt Hans-Jürgern Schaefer, Chef der Volksbank Rhein-Wupper. "Denn wir müssen unseren Kunden sagen, was andere Banken fürs Abbuchen nehmen. Das wäre so als würde ein BMW-Händler seinen Kunden sagen, wie teuer ein Mercedes ist."

Schaefer dröselt für die Volksbank auf: Bis Herbst 2009 nahm sie einen Gebührensatz von 3,50 Euro, wenn ein Volksbankkunde am Automaten eines anderen Instituts Bargeld zog. "Nun sind es fünf Euro", gibt Schäfer an. Der Grund: Die Fremdbank berechnet für die Transaktion zum Beispiel 9,90 Euro und schickt diese Gebühr zur Volksbank. Die stellt ihrem Kunden die fünf Euro in Rechnung und übernimmt die Differenz von 4,90 Euro. Vor der Gebühren-Anhebung habe die Volksbank jährlich hier deshalb "ein Defizit im niedrigen fünfstelligen Bereich" eingefahren und habe auf diese Weise andere Banken alimentiert", sagt Schäfer.

Ein Fremdkunde, der einen Volksbankautomaten nutzt, muss neuen Euro zahlen bzw. das, was seine Hausbank ihm berechnet. "Mit den neuen Euro sind wir am unteren Level, die meisten Institute nehmen bei 9,90 Euro."

Die Sparkasse Leverkusen laut Sprecher Ingo Schneider 9,98 Euro. Sie gibt die Gebühren, die eine andere Bank dem Sparkassenkunden fürs Geldabheben berechnet, an die Kunden weiter. Heißt: Sparkassenkunde hebt bei der Volksbank Geld ab und zahlt die vollen neun Euro. "Es gibt in Leverkusen 43 Geldautoamten für unsere Kunden, deutschlandweit 25 000. Da müssen unsere Kunden eigentlich keinen anderen Automaten aufsuchen", sagt Schneider. Ähnliches gilt laut Schäfer für die Volksbank (12 Automaten in Leverkusen). Er sieht vor allem Probleme für Kunden von Direktbanken, die keine Geldautomaten anbieten. "Wir können nicht durch niedrige Gebühren an unseren Automaten die Direktbanken subventionieren, die keine Kosten verursachende Infrastruktur an Geldautmaten bereitstellen."

Übrigens: Die Supermarktkette Rewe etwa bietet an: Wer einen Einkauf von mindestens 20 Euro per EC-Karte zahlt, kann auch über Rewe bei der Hausbank "Geld abheben". Kostenfrei. Bis 200 Euro.

Quelle: RP
 
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