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Leverkusen
Rewe - zur Generalprobe ein Feueralarm

Leverkusen: Rewe - zur Generalprobe ein Feueralarm
Marcel Rahmati gestern bei einem Mini-Augenblick Ruhe am Badewannen-Hingucker in der Weinabteilung seines neuen Geschäfts an der Düsseldorfer Straße. FOTO: LH
Leverkusen. Über das Gesicht von Gisela Rahmati huscht ein Lächeln, als sie ihren Sohn anschaut. Der steht gelöst mitten in seiner zehnten Rewe-Filiale. Die befindet sich dort, wo Marcel Rahmatis Wurzeln sind: mitten in Opladen. Von Ludmilla Hauser

Viel Zeit, um mit seiner Mutter zu plaudern, hat der Geschäftsmann nicht. Die Kundschaft ruft. Konkret nach dem Standort des geriebenen Parmesan-Käses, dem Angebotspreis für die Schokocreme, einer Verkäuferin. Rahmati hilft, schüttelt Hände, lässt sich beglückwünschen. Seine Mutter nimmt's gelassen: "Ich glaube, wenn dieses Wochenende rum ist, braucht er erstmal eine Kur." Kurze Pause. "Aber eine 70- oder 80-Stunden-Woche ist für meinen Sohn ja normal."

So viele Stunden dürften es in den vergangenen sechs Wochen gewesne sein. In der Zeit liefen die Einrichtungsarbeiten für den rund 2000 Quadratmeter (Verkaufsfläche) großen Markt. Mittwoch war Pre-Opening mit geladenen Gästen, unter anderem Oberbürgermeister Uwe Richrath, und ein paar Neugierigen an der Tür, die schon mal einen Blick erhaschen wollten. Da fand gleich die erste Feuerprobe statt. Fast im wahren Wortsinn. "Es gab einen Feueralarm beim Backofentest, ein Rauchmelder hing zu nah dran. In dem Moment klopft einem das Herz bis zum Hals", erzählt Marcel Rahmati. Vor allem auch, weil die Mannschaft nach den sechs Wochen "doch langsam auf dem Zahnfleisch ging", gesteht er.

Während der neue Rewe zwischen Saftbar und Serano-Schinken-Probe gestern richtig brummt, ist's im City-Rewe-Ladenlokal Kölner Straße ruhiger. Männer räumen Regale und anderes Mobiliar aus dem Laden. Dort habe Rewe bis Ende 2018 einen Mietvertrag, erzählt Rahmati, der an der Stelle gerne einen Bio-Supermarkt platziert hätte. "Das hat nicht geklappt, wir haben mit verschiedenen Anbietern gesprochen, es gab kein Interesse." Derzeit liefen Gespräche mit der Drogeriekette DM, "die weit fortgeschritten sind". Fest stehe - anders als es FDP-Ratsherr Busch jetzt in einer Mitteilung formuliert hatte - derzeit noch nichts. Also bleibt das Ladenlokal bis Ende 2018 leer? Rahmati winkt ab: "Ich will für eine attraktive Untervermietung sorgen, da soll nicht Rudis Resterampe rein", kündigt er an. Auch in dem Fußgängerzonen-Bereich, der derzeit wegen des temporär geschlossenen Woolworth-Kaufhauses und des leeren City-Rewes etwas ausgestorbenen wirkt, müsse wieder Kundenfrequenz her. "Wenn Stadtteile oder Bereiche leistungsfähige Händler haben, dann ist das ein Gewinn für alle. Diese Erfahrung habe ich mit einem Standort in Köln gemacht, der jetzt wieder richtig gut läuft. Aber: Man muss aus Kundensicht auch wirklich etwas bieten."

Das tut der neue Rewe offenbar. Zur Eröffnung jedenfalls regnet es an der Düsseldorfer Straße Komplimente. "Endlich mal was Vernünftiges in Opladen. So etwas Großes hat hier gefehlt. Hier ist Fülle, hier ist Sortiment, keine Enge", merkt Kunde Gerhard Stark an. "Jetzt wünsche ich mir noch, dass das Personal hierzulande so freundlich wird wie in den USA, wo mein Sohn lebt." Marcel Rahmati pflichtet ihm bei: "Ein schöner Laden reicht nicht. Auch die Menschen, die da arbeiten, müssen stimmen." An der Düsseldorfer Straße arbeiten 60 Mitarbeiter, 27 davon sind aus dem Markt an der Kölner Straße mitgekommen - das ganze Team. 33 neue Arbeitsplätze sind entstanden.

Quelle: RP
 
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