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Leverkusen
Rheinanleger: Alle Schiffe sind jetzt da

Leverkusen: Rheinanleger: Alle Schiffe sind jetzt da
Groß trifft Klein: Während das Piwipper Böötchen gewissermaßen zum Inventar des neuen Rheinanlegers gehört, machen Luxusliner wie die MS Scenic Jade noch eher selten in Monheim fest. FOTO: Ralph Matzerath
Leverkusen. In Monheim haben neben dem Feuerwehrboot nun auch das DLRG-Schiff und das Piwipper Böötchen festgemacht. Von Petra Czyperek

Während der Wintermonate lag das rote Feuerwehrboot ziemlich einsam am Monheimer XXL-Anleger. Der wurde im Herbst an der Kapellenstraße - gegenüber vom Heimatmuseum Deusserhaus - eröffnet. Jetzt hat das kleine Schiff Gesellschaft bekommen. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat dort nun ebenso ihren festen Anlegeplatz wie die Fähre Piwipper Böötchen. Und auch das Geschäft mit den Ausflugs- und Kreuzfahrtschiffen ist angelaufen.

"Die Infrastruktur, die wir als Stadt anbieten, wird stärker nachgefragt, als wir geglaubt haben", sagt Estelle Dageroth, Leiterin der Wirtschaftsförderung im Rathaus. Für die Vermarktung hat die Stadt einen Vertrag mit der KD Rheinschifffahrt abgeschlossen. Die Gesellschaft übernimmt die Betreuung und das Buchungsgeschäft, ein dynamischer Markt, der einem ständigen Wechsel unterworfen sei, sagt Dageroth. Ziel sei es aber nicht, einen Linienverkehr zu etablieren. Vielmehr wolle man gemeinsam mit der KD Anlaufstelle für Flusskreuzfahrschiffe werden, deren Passagiere von Monheim aus beispielsweise Köln und Düsseldorf besuchen möchten. "Wir profitieren derzeit von Ausweichbuchungen und treten dann mit einem Alternativprogramm an die Reedereien heran, etwa mit einem Besuch im Neanderthal-Museum oder mit einer Stadtführung in Monheim", berichtet die Wirtschaftsförderin. Das sei schon in Anspruch genommen worden.

Die Stadt Monheimer organisiert aber auch selber Veranstaltungen - so wie am Osterwochenende eine dreistündige Brunchfahrt und eine Flusskreuzfahrt nach Amsterdam mit der MS Scenic Jade. Ein weiteres Standbein sind laut Dageroth Betriebsfeiern auf dem Rhein. In der Vorweihnachtszeit seien schon einige Ausflugsboote am Anleger losgeschippert.

Der Monheimer Anleger aus der Drohnenperspektive: Zu sehen sind Fähre und DLRG-Rettungsboot. Das Feuerwehrschiff ist gerade unterwegs. FOTO: Feuerwehr

Seit Oktober liegt das Feuerwehrboot dort. "Es gab auch schon einige Einsätze", sagt Monheims Feuerwehrchef Torsten Schlender. Der neue Standort habe sich als "wesentlich besser" erwiesen als der alte im Hitdorfer Hafen. "Der Anleger liegt mittig in unserem Einsatzgebiet", weist Schlender auf die strategisch günstige Position hin. "Wir müssen so jeweils nur zehn Kilometer in beide Richtungen abdecken. Und die Anfahrt zum Boot ist viel kürzer."

Das Schiff der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) bleibt im Winter auf dem Trockenen. Erst nach der Frostperiode kam es kürzlich erstmals an seinen neuen, festen Ankerplatz. "Unser Boot wurde in den vergangenen Monaten in Jüchen gewartet", berichtet DLRG-Mann Jan Lohrum. "Jetzt ist alles fertig." Die Mechaniker führten nicht nur den Ölwechsel durch und kontrollierten das Kühlwasser, sondern verpassten dem Rettungsboot eine komplett neue Beschichtung aus Kunststoff, die es für rund zwei Jahre vor Schimmel und Bakterien schützt. Der "Anti-Fauling-Lack" wird ganz dünn und in vielen Schichten aufgetragen. "Fährt man durchs Wasser, fällt nach und nach eine Schicht nach der anderen mitsamt den Bakterien ab", erklärt Lohrum das Prinzip. Das Boot erhält zusätzlich eine neue Abdeckung, um Funkgeräte, Batterien und die Erste-Hilfe-Ausstattung vor Regen zu schützen.

Das Piwipper Böötchen startete am Karfreitag vom Anleger in seine sechste Saison. Bis zum 14. Oktober wird die Personenfähre an den Wochenenden (10.30 bis 18 Uhr) wieder jeweils 25 Passagiere von Monheim nach Dormagen und zurück übersetzen. Zwei Euro kostet die Fahrt für Erwachsene, einen Euro für Kinder. Fahrräder können kostenlos mitgenommen werden.

Zuvor lag die "Piwipp" in der Werft in Köln. Dort führten Techniker Wartungsarbeiten durch. So musste ein Leck an der Maschine abgedichtet werden. "Die Dichtungsschrauben waren locker", erklärt Heiner Müller-Krumbhaar vom Verein Piwipper Böötchen. "Das Ölproblem ist jetzt behoben." Außerdem mussten der Unterboden und der orange-blaue Bootsrand neu gestrichen werden. Zum Schluss erhielt die Fähre eine Aufpolsterung, um problemlos an der neuen Anlegestelle festmachen zu können.

Quelle: RP
 
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