| 00.00 Uhr

Leverkusen
Richrath (SPD) will Bayer-Parkplätze bebauen

Leverkusen. Die SPD hat die heiße Phase des Wahlkampfs eingeläutet. Hannelore Kraft und Siegmar Gabriel kommen und helfen. Von Ulrich Schütz

Bis zum Wahltag, Sonntag, 13. September, will die Leverkusener SPD für ihren Oberbürgermeisterkandidaten noch kräftiger Werbung machen. Als prominente Wahlhelfer werden Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in Leverkusen auflaufen. Gestern zog Kandidat Uwe Richrath in Alkenrath eine kleine Zwischenbilanz seines bisherigen, nach eigener Aussage kleinteiligen Wahlkampfes.

"Ich bin rein in jeden Stadtteil, direkt in die Wohnviertel und habe mit den Menschen vor Ort gesprochen", berichtete Richrath, "ich wollte erfahren, wo der Schuh drückt." Er habe gelernt, dass sich die Leute weniger für die großen Themen wie "City C" oder Bahnstadt Opladen als mehr für die Lösung ganz persönlicher Lebensumstände interessieren: Es gehe dabei um die Kita-Versorgung für die Kinder, die Parkplatznot in einigen Vierteln, um bezahlbaren Wohnraum, um Sauberkeit.

Dennoch spricht Richrath auch über stadtweite Ziele: Er wolle neue Flächen für Gewerbe und Dienstleister ausweisen. Im Blick hat Richrath die Parkplatzflächen von Currenta zwischen Hauptstraße und Werksgrenze. Darüber müsse man mit Chempark-Betreiber Currenta sprechen, denn, so Richrath: "Wir müssen uns davon verabschieden, dass das Auto das Transportmittel Nummer 1 bleibt." Wenn es technisch machbar sei, will Richrath auch die Straßenbahnlinien aus Köln bis nach Leverkusen hinein verlängern. Dies wäre so etwas wie eine Rückkehr der "Linie O", die bis Opladen führte.

Weiteres Ziel: Alle Stadtteile sollen Viertel der kurzen Wege sein. Lebensmittelläden, Ärzte, Schulen, Kitas sollen zu Fuß erreichbar sein. Und Kultur wie Sport will er fördern. "Das Leben in den Stadtteilen soll durch ein Miteinander aller Menschen harmonisch, leichter und Bunter werden", heißt es in Richraths Wahlprogramm.

Der Handballer (Mitglied im TuS 82 Opladen) traf sich auf seinen "unzähligen Terminen" auch mit Betriebsräten oder mit Vereinsmitgliedern, die ihm aufzeigten, dass die ehrenamtliche Arbeit "finanziell auf Kante genäht ist". Diese "einfachen Probleme" der Menschen werde er beachten, wenn es mit ihm als Oberbürgermeister um Lösungen für die Stadtgesellschaft gehen werde.

Neujahrskind Richrath (geb. in Leverkusen, 1. Januar 1961) ist verheiratet und hat einen Sohn. Seit 1986 ist er selbstständig und führt heute drei Textilgeschäfte mit 14 Angestellten. Wenn er Oberbürgermeister ist, will Richrath die Geschäfte komplett seiner Frau übergeben. Dass er eine Stadtverwaltung mit mehreren tausend Angestellten führen kann, da ist sich Richrath sicher: Schon als Ratsherr habe er viele sehr fähige Fachbereichsleiter und Sachbearbeiter kennengelernt. Er habe viel Vertrauen in diese vorzüglichen Führungskräfte. Er wolle einen offenen und vom Dialog geprägten Führungsstil prägen.

Besonders die Kommunikation - auch außerhalb der Verwaltung - ist Richrath wichtig: "Es wird viel zu wenig miteinander gesprochen, habe ich gelernt", sagte der Sozialdemokrat und betonte: "Am Ende treffe ich nach Abwägung aller Argumente die Entscheidung, aber transparent und nachvollziehbar."

Die Frage, was er besser kann als Amtsinhaber Reinhard Buchhorn, ließ Richrath gestern unbeantwortet. Nur dies: Vergleiche mit Buchhorn brächten nichts.

Termine Sigmar Gabriel: 2. September, 15.30 Uhr, Forum. Hannelore Kraft: 26. August, 18-19.30 Uhr , Biergarten Fährstraße, Hitdorf.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leverkusen: Richrath (SPD) will Bayer-Parkplätze bebauen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.