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Leverkusen
Ringstraße wird 200.000 Euro teurer

Leverkusen: Ringstraße wird 200.000 Euro teurer
Seit dem 8. Juni vergangenen Jahres laufen die Bauarbeiten an der Ringstraße. Zur Mitte des Jahres hin sollen sie abgeschlossen werden. FOTO: uwe miserius (archiv)
Leverkusen. Weicher Boden und Auftrags-Änderungen haben die Kosten deutlich steigen lassen. Von Peter Korn

Noch vier Monate, dann soll der Verkehr erstmals über die ausgebaute Ringstraße rollen. Der Ausbau der teils zum ersten Mal offiziell hergestellten Straße zwischen Kleingansweg und Langenfelder Straße ist Teil des Hitdorfer Verkehrskonzepts, das über viele Jahre hinweg politisch zerrieben worden war, ehe es der vorige Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn veränderte und durchsetzte.

Seit dem 8. Juni vergangenen Jahres laufen die Bauarbeiten nunmehr. Bisher sind vier der insgesamt sechs Bauabschnitte weitgehend fertiggestellt. Die restlichen zwei seien zurzeit in Arbeit, teilten die städtischen Technischen Betriebe (TBL) gestern mit.

Mitten hinein in die Bauarbeiten platzte jetzt im Verwaltungsrat der TBL die Nachricht: Die Arbeiten werden um etwa 200.000 Euro teurer. Die Gesamtprojektkosten seien im Baubeschluss mit 2.183.000 Euro veranschlagt gewesen, berichtete TBL-Chef Wolfgang Herwig. Die aktuelle Kostenhochrechnung liege etwa zehn Prozent höher.

Der Grund: Vater Rhein. Ein Teil der Ringstraße liege über einem früheren Flussbett, sagt Herwig. Der Schluffboden, der für ein solches Gebiet typisch sei, lasse ohne Verstärkung keine größeren Belastungen zu.

Unter Schluff versteht man in den Geowissenschaften unverfestigte klastische Sedimente (Feinböden) und Sedimentgesteine, die eine Mittelstellung zwischen dem gröberen Sand und dem feineren Ton einnehmen. Schluff bildet einen wichtigen Anteil an den so genannten "bindigen Böden", die umgangssprachlich als Lehm bezeichnet werden.

Der Auftrag, diesen Boden zu verdichten, wurde jetzt im nicht-öffentlichen Teil des TBL-Verwaltungsrats nachträglich beschlossen. "Die Verteuerung der Arbeiten wäre allerdings auch passiert, wenn wir diese Arbeiten von Anfang an gleich mit ausgeschrieben hätten", argumentiert TBL-Chef Wolfgang Herwig.

Eine weitere Verteuerung im Bereich von mehreren 10.000 Euro lässt Herwig zurzeit allerdings noch überprüfen. "Die sind voraussichtlich zustande gekommen, weil der Auftrag nachträglich in mehreren Punkten geändert worden ist", berichtete er gestern. So sei unter anderem ein anderes Material als ursprünglich vorgesehen verwendet worden. Dies sei allerdings nur einer von vermutlich fünf Punkten, an denen vom Original abgewichen worden sei.

Für die meisten Anwohner, das betont Herwig, ergebe sich dadurch aber keine signifikante Verschlechterung ihrer Situation. Sie müssen für den Erstausbau der Straße bekanntlich 90 Prozent der Kosten tragen.

Ein Großteil der Anlieger habe die Beiträge für den Straßenbau bereits über sogenannte Ablöseverträge geleistet - und sind damit aus dem Schneider, sagt Herwig. Für sie habe eine Erhöhung der Baukosten keine Auswirkungen mehr.

Quelle: RP
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