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Leverkusen
Ringstraße wird am 7. Juni freigegeben

Leverkusen. Der Ausbau der Strecke von Langenfelder Straße bis Kleingansweg ist auf der Zielgeraden. Nur an den Kreuzungen mit der Weinhäuser und der Langenfelder Straße sind die Arbeiten noch voll im Gange. Aber nicht mehr lange. Von Roman Zilles

Je weiter man sich von der Langenfelder Straße entfernt, um so mehr macht sie sich bemerkbar: die Ruhe rund um die Ringstraße. Ein paar Vögel zwitschern, ein Rasenmäher ist zu hören. Aber so gut wie kein Verkehrslärm. Nur ein roter VW mit Aachener Nummernschild schlängelt sich gestern Mittag über die Straße. Die ist inzwischen in vier von sechs Bauabschnitten fast fertiggestellt. Nur in zwei Bereichen sind die Arbeiten noch so richtig im Gange: an den Kreuzungen der Ringstraße mit der Weinhäuser und der Langenfelder Straße.

An letzterer ist Projektleiter Volker Steffen anzutreffen. "Das Wetter ist gut, der Baufortschritt auch", berichtet er. Rings um den Mann von den städtischen Technischen Betrieben Leverkusen hat der Kreisverkehr bereits sichtbar Gestalt angenommen. Neben den gesetzten Bordsteinen sind die Arbeiter gerade dabei, mit rötlichen Betonsteinen einen Rinnstein aus drei Reihen zu setzen - mit Zollstock und gespannten Schnüren. "Das ist ganz schön aufwendig", sagt Steffen, sei aber Wunsch der Anwohner gewesen.

80 Zentimeter tief wurde der gesamte Kreuzungsbereich ausgekoffert, inzwischen ist ein Großteil schon wieder mit Schotter aufgefüllt. In wenigen Wochen soll dort ein Kreisverkehr entstanden sein. "Der Innenkreis wird sieben Meter Durchmesser haben", verrät Steffen. Für einen Baum oder ein bisschen Grün wird aber im Zentrum kein Platz sein. Denn: "Die Mitte bleibt frei, damit der Kreisverkehr für Lastwagen befahrbar ist", erläutert der Projektleiter.

Noch im Mai soll der Ausbau der Ringstraße vollendet werden. Aber es gibt noch einen zeitlichen Puffer: Die offizielle Freigabe ist für 7. Juni geplant. Zwar finden sich auf der 1100 Meter langen Strecke zwischen Langenfelder Straße und Kleingansweg noch viele rot-weiße Baken, einige Depots mit Baumaterialien und jede Menge Splitt. Aber in weiten Teilen ist der künftige Charakter der Straße längst gut erkennbar. Was überall noch fehlt abseits der gepflasterten Bereichen, ist die oberste Fahrbahnschicht. "Die wird auf der gesamten Länge erst ganz am Ende aufgetragen", sagt Steffen.

Aber Dirk Köhni ist bereits jetzt "total begeistert" vom Ausbau. Zwar habe es im Zuge der Bauarbeiten weniger schöne Momente gegeben. Zum Beispiel: "Immer, wenn die Rüttelplatte draußen im Gange war, wackelten drinnen die Tassen im Schrank", erzählt der Anwohner. Aber Lärm, Dreck, Staub - alles sei im grünen Bereich geblieben. Ohnehin müsse man den Arbeitern ein großes Lob zollen: "Das wurde richtig gut organisiert. Selbst ältere Leute konnten immer mit ihrem Rollator hier durch", sagt Köhni, der seines Zeichens selbst Bauleiter sei.

Um eines sorgt er sich indes doch ein wenig. Darum, dass es mit der Ruhe in Ringstraße nach der Freigabe komplett vorbei sein könnte; darum, dass viele Autofahrer die Strecke also künftig als Ausweich- oder sogar als Rennstrecke nutzen könnten. Dem setzen die Planer und Bauarbeiter aber einige Engstellen und verschränkte Parkbuchten entgegen, die geeignet scheinen, allzu flotte Verkehrsteilnehmer auszubremsen. Von daher stehen die Zeichen gut, dass der neue Teil der Ringstraße gut aufgenommen wird in seiner Nachbarschaft. Obwohl die Anwohner ja fast zwei Millionen Euro dafür aufbringen müssen. "Die Kosten nimmt man in Kauf", sagt Köhni. "Es hat ja nun wirklich schon viel sinnlosere Ausgaben gegeben."

Quelle: RP
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