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Leverkusen
Rolf Müller - ein Mann mit Geschichte - wird 90 Jahre

Leverkusen. Silvester ist für Rolf Müller nicht nur der Jahreswechsel im Allgemeinen, sondern auch der Wechsel von einem ins nächste Lebensjahr: Der Historiker ist am 31. Dezember 1925 geboren - in gut einer Woche feiert der gebürtige Troisdorfer seinen 90. Geburtstag.

Seine Lebensgeschichte führt ihn nach dem Anglistik- und Geschichtsstudium in Bonn alsbald nach Opladen. Hier absolvierte er einen Teil seiner Refrendariatszeit, wird Assessor und zieht 1954 in die Stadt, in der er am Gymnasium unterrichtet. "Es folgten Hochzeit, Familiengründung (drei Kinder) und Hausbau", berichtet Gabriele Pelzer vom Bergischen Geschichtsverein Abteilung Niederwupper, dessen Mitglied Müller vier Jahre später wird. Dass ihn Geschichte fesselt, wird klar, wenn in seiner Vita dazu noch dies steht: Rolf Müller war vierzehn Jahre ehrenamtlicher Stadtarchivar in Opladen, ab 1962 Vorstandsmitglied, schließlich Vorsitzender der Abteilung Niederwupper des Bergischen Geschichtsvereins, arbeitete im Redaktionsausschuss des Heimatkalenders "Land an Wupper und Rhein", beriet den Ausschuss, der sich mit der Gestaltung des neuen Leverkusener Stadtwappens anlässlich der Kommunalen Neugliederung 1975 befasste. "Auf seine Anregungen hin wurde der Original-Brückenstein von 1732 der Opladener Wupperbrücke durch eine Kopie ersetzt, um ihn auf diese Weise vor Schäden zu bewahren", berichtet Pelzer. Müller tat noch mehr für die Stadt, war zum Beispiel 1980 maßgeblich an der Rettung von Schloss Morsbroich und dessen Vorburg beteiligt. Zwei Jahre später überzeugte er die Stadt, Aufbewahrungsräume für stadtgeschichtlich bemerkenswerte Objekte zur Verfügung zu stellen. Erhalt der Adler-Apotheke, des Freudenthaler Sensenhammers und des Wirtschaftsgebäudes der Rheindorfer Burg, die Erschließung der ehemaligen Wasserburg Ophoven... die Liste der Dinge in der Stadt, an deren Erhalt und Konservierung Rolf Müller mitgewirkt hat, scheint ebenso endlos wie beeindruckend zu sein.

Ihn hat aber vor allem eines interessiert: in Leverkusen ein stadtgeschichtliches Dokumentationszentrum zu errichten, eine Sammlung historisch relevanter Objekte zur Leverkusener Geschichte anzulegen. Müller gründete dazu 1985 die Stadtgeschichtliche Vereinigung. Die Villa Römer steht damit in direktem Zusammenhang. "Mit der Eröffnung der Dauerausstellung 2011 ging Rolf Müllers Traum von einer stadtgeschichtlichen Gesamtschau in Erfüllung", merkt Pelzer an.

Und Historiker Müller wollte Stadtgeschichte weitergeben - schon als Lehrer am Landrat-Lucas- und Werner-Heisenberg-Gymnasium. Und in seinen Werken. Eines der bekanntesten stammt aus dem Jahr 1974: Upladhin, die umfassende Stadtchronik Opladens, dem Ort, an dem Rolf Müller heimisch wurde.

(LH)
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