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Leverkusen
Rosenmontag bei der Stadt wieder dienstfrei?

Leverkusen: Rosenmontag bei der Stadt wieder dienstfrei?
Da wird sich Festausschuss-Vorsitzender Uwe Krause (links) aber freuen: Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn will den dienstfreien Rosenmontag bei der Stadtverwaltung wieder einführen. FOTO: Uwe Miserius (Archiv)
Leverkusen. Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn wagt einen zweiten Versuch, bei der Stadt Leverkusen den Rosenmontag wieder in einen dienst- freien Tag zu verwandeln. 2837 Beschäftigte würden davon profitieren. Von Ulrich Schütz

Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn (CDU) hat für seine Mitarbeiter eine jecke Nachricht parat: Ab nächster Karnevalssession soll der Rosenmontag wieder ein offizieller dienstfreier Tag sein. Der Stadtrat soll das jedenfalls am Montag, 22. Juni, in der Ratssitzung für die 2837 Beschäftigten der Stadt (einschließlich Kultur und Sport) beschließen. Der freie Rosenmontag wurde bei der Stadt vor rund sieben Jahren abgeschafft. Unternehmensberater hatten diese "Sparaktion" vorgeschlagen.

Der Wegfall eines Brauchtumstages sollte der chronisch klammen Stadt eine Ersparnis von rund 357 000 Euro bringen, hieß es 2005 in der Analyse von Kienbaum. Faktisch sei dies nicht erreichbar, weil durch nur einen zusätzlichen Arbeitstag die Personalausgaben nicht verändert würden, informiert Buchhorn jetzt. Auch Stelleneinsparungen ließen sich so nicht realisieren. Und dass die "Produktivität" gesteigert werde, wenn Rosenmontag gearbeitet werde, sei auch falsch. Die Pflicht, zu arbeiten oder einen Urlaubstag zu nehmen, wirke eher demotivierend, schreibt Buchhorn.

Ähnlich sieht es Uwe Richrath, der SPD-Oberbürgermeister-Kandidat. "Ich bin für einen solchen Brauchtumstag, wenn es machbar ist", sagte er, der sich als "Frohnatur" bezeichnet. Der Rosenmontag gehöre einfach zum rheinischen Brauchtum, meinte gestern auch Bürgerlisten-Ratsherr Karl Schweiger: "Ich persönlich würde dem dienstfreien Rosenmontag zustimmen." SPD-Fraktionschef Peter Ippolito sagte gestern im RP-Telefonat, Buchhorns Rosenmontagsidee sei sicher auch ein Stück Wahlkampf. Wie sich die SPD entscheide, stehe noch nicht fest: "Wir sind aber ja tendenziell eine arbeitnehmerfreundliche Partei", sagte der SPD-Fraktionschef mit einem Augenzwinkern. Der jetzige Anstoß zum freien Rosenmontag bei der Stadt kommt vom städtischen Personalrat. "Die Streichung des arbeitsfreien Rosenmontags habe zu keiner nennenswerten Entlastung des städtischen Etats geführt", argumentiert auch Personalratsvorsitzende Andrea Käwel.

Sie verweist wie der Oberbürgermeister darauf, dass Rosenmontag der Höhepunkt im rheinischen Karenval sei und viele städtische Mitarbeiter in Karnevalsvereinen engagiert seien, damit die Tradition "Karneval" erhalten bleibe. Zudem werde die Stadt Leverkusen als Arbeitgeber attraktiver, wenn der Rosenmontag als freier Tag gelte, schreibt Käwel. 2009 hatte Buchhorn mit seinen Dezernenten schon mal versucht, den Rosenmontag als städtischen Arbeitstag abzuschaffen. Speziell am damaligen SPD-Fraktionschef Dr. Walter Mende war dies gescheitert. Er sah darin eine versteckte Gehaltserhöhung.

Quelle: RP
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