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Leverkusen/Köln
Rosenmontag: heftige Prügelei an der Bahnhofstraße

Leverkusen/Köln: Rosenmontag: heftige Prügelei an der Bahnhofstraße
Ihren eigenen Rosenmontags-Streifenwagenzug musste die Polizei auf der Bahnhofstraße absolvieren - es gab mehrere Schlägereien. FOTO: Schütz
Leverkusen/Köln. Bei einer Schlägerei sind Karnevalisten mit Männern aus Nordafrika aneinandergeraten. Die Polizei machte Lokale dicht. Von Sebastian Fuhrmann

Als es dunkel wird, ist es mit dem jecken Frohsinn allmählich vorbei. "Die hat mich angepackt, ich schlag die kaputt, ey", röhrt eine Jugendliche. Ihre Freundin packt sie an den Handgelenken. "Ey, bleib mal locker." Das gute Zureden entspannt die Situation gerade noch rechtzeitig.

Diese Szene war nur ein Vorbote für das, was am Rosenmontag in der Bahnhofstraße passieren sollte. In den Abendstunden eskalierte die Situation. Es gab mehrere, teils heftige Schlägereien und Körperverletzungen. Um 18.30 Uhr wurde die Polizei zum ersten Mal gerufen. Gegen 23.30 Uhr wussten sich die Polizisten, die mehrfach anrücken mussten, scheinbar nicht mehr anders zu helfen: "Auf unsere Weisung wurden die Lokale dicht gemacht", berichtete Dirk Weber von der Polizei Köln gestern. Erst um 0.45 Uhr öffneten die Spielhallen, Gaststätten und Bars an der Bahnhofstraße wieder.

An der heftigsten Schlägerei gegen 21.30 Uhr sollen etwa 15 Personen beteiligt gewesen sein. So berichteten es Zeugen. Vier Menschen wurden dabei verletzt, drei von ihnen mussten ins Krankenhaus. Weitere Zeugen sprechen davon, dass ein Beteiligter mit einem Messer gedroht habe. Wie die Polizei gestern Morgen mitteilte, sollen sich mehrere Karnevalisten mit Nordafrikanern geschlagen haben. Ein 27-jähriger Mann aus Nordafrika soll zuvor einer 19-Jährigen ans Gesäß gefasst haben. "Was sich genau zugetragen hat, ist derzeit Gegenstand polizeilicher Ermittlungen", sagte Weber. Es geht um gefährliche Körperverletzung.

Die Polizei nahm den 27-Jährigen und einen weiteren Mann aus Nordafrika (36), der einen Mann verletzt haben soll, fest. Sie werden von der Polizei verhört. Gegen vier Personen sprachen die Polizisten Bereichsbetretungsverbote aus, sieben weitere erhielten einen Platzverweis, eine Person wurde in Gewahrsam genommen.

Nachdem der Karnevalszug in Opladen wegen der Unwetterwarnung für Nordrhein-Westfalen abgesagt worden war, hatten sich bereits am Mittag hunderte, vornehmlich junge Jecken an der Bahnhofstraße versammelt. Gefeiert wurde anstatt am Zug auf den stählernen Sitzmöbeln - mit reichlich Bier und Kurzen im Gepäck.

Wie das Klinikum Leverkusen mitteilte, wurden in diesem Jahr mehr alkoholisierte Menschen in der Zentralambulanz behandelt als noch im vergangenen Jahr. Die Zahl stieg von 28 im Vorjahr auf 30 in diesem Jahr. Bei Kindern und Jugendlichen sei die Zahl der Patienten aber rückläufig gewesen. In diesem Jahr wurden 38 Patienten in die Ambulanz eingeliefert. Im Vorjahr waren es 44.

Gestern Morgen hat die Polizei Köln eine erste Zwischenbilanz für die Karnevalszeit zwischen vergangenem Donnerstag und gestern Morgen veröffentlicht. Insgesamt wurden demnach im Bereich Köln/Leverkusen 432 Personen in Gewahrsam genommen, 18, davon in Leverkusen. 99 Täter (davon sechs in Leverkusen) wurden nach Straftaten festgenommen. Die Polizei sprach gegen 1369 Unruhestifter Platzverweise aus, 71 davon in Leverkusen.

In Leverkusen gab es 63 Strafanzeige über die Karnevalstage. In beiden Städten zusammengerechnet waren es 673. Zudem wurden 55 Sexualdelikte angezeigt, fünf Anzeigen kamen aus Leverkusen. Nach Angaben der Polizei reichten die 55 Anzeigen vom Straftatbestand der sexuellen Beleidigung bis hin zur Vergewaltigung.

Quelle: RP
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