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Leverkusen
RP-Fotograf Peter Seibel (74) ist am Montag gestorben

Leverkusen: RP-Fotograf Peter Seibel (74) ist am Montag gestorben
Am 29. November 2004 verabschiedete sich Peter Seibel in den Ruhestand. Mit ihm feierten damals Tochter Violetta und Sohn Christian. FOTO: Miserius (Archiv)
Leverkusen. Im Alter von 74 Jahren ist am Montag unser langjähriger Fotograf Peter Seibel gestorben. Er hinterlässt Tochter Violetta und Sohn Christian. Peter Seibel war über 40 Jahre in der Kreisstadt Opladen, in Leichlingen, Alt- und Neu-Leverkusen, Langenfeld und Monheim eines der bekanntesten Gesichter der Rheinischen Post. Der gebürtige Wuppertaler lernte sein Handwerk bei der Düsseldorfer Sportbildagentur Horstmüller. 1964 startete Seibel seine Arbeit als Fotograf bei der Rheinischen Post, im November 2004 ging er in Pension, lebte danach in Schlebusch. Von Ulrich Schütz

"Der Peter", wie ihn viele Leverkusener nannten, schnupperte schon als Schüler Zeitungsluft: Er verdiente sich als Redaktionsbote beim "Mittag" manche Mark. Zu dieser Zeit wurden Manuskripte und Agenturmeldungen noch auf Papier in die Abteilungen geschickt.

Als Zeitungsfotograf bekam Seibel viele Größen dieser Republik vor die Linse, etwa Willy Brandt 1965 bei einer Wahlkampfveranstaltung auf dem vollen Marktplatz in Wiesdorf, und vor allem zahlreiche "lokale" Menschen in seinem großen Arbeitsbereich von Leverkusen bis Langenfeld. Anfangs fiel Peter Seibel als Fotograf wenig auf. So mancher Veranstalter eines Saalfestes fragte etwa nach, warum die RP-Redaktion denn keinen Fotografen geschickt hätte. Oft hatte sie. Der Trick an der Geschichte: Peter Seibel benutzte an seiner sehr leisen Leica, Typ M, keinen Blitz. "Die ersten sechs Monate in Opladen besaß ich überhaupt keinen", erzählte unser Fotograf früher schmunzelnd. Bei Sportfotografen war künstliches Licht eher verpönt.

Der erste Redaktionsleiter von Peter Seibel war der CDU-Landrat Wilhelm Gladbach. Die meiste Zeit belieferte der Fotograf die RP aber unter Redaktionsleiter Heinz Schonauer, der mit dem Kollege Dr. Gustav Gmilkowski ein unvergessenes Gespann gebildet hatte.

Seinen Beruf beschrieb Seibel als unterhaltsam, spannend, teils auch anstrengend, insbesondere wenn er schwere Unglücke fotografieren musste. Ein Ereignis hatte sich Seibel eingeprägt: "Bei einem Kommunion-Gottesdienst entriss mir der Pfarrer die Kamera", erzählte er mal aus seinen Anfangsjahren. "Da war ich vielleicht platt." In diesen Jahren galt in Kirchen während der Messfeiern meist Fotografierverbot.

Wir werden unseren Peter ehrenvoll in Erinnerung behalten. Unser Beileid gilt den Angehörigen. Die Beerdigung ist Montag, 13 Uhr, auf dem Friedhof Birkenberg.

Quelle: RP