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Leverkusen
RP-Redakteurin schlägt Finanzexperten

Leverkusen. Covestro hat sie geschlagen, die großen Weltkonzerne Bayer und Lanxess, in unserem "kleinen Börsenspiel" mit Hans-Jörg Schaefer und Wolfgang Müller von der VR-Bank (früher Volksbank Rhein-Wupper). Aufs richtige Pferd gesetzt hat RP-Redakteurin Ludmilla Hauser.

Aber noch besser ist es, sagen die Finanzexperten, auf mehrere Pferde zu setzen. "Risiken streuen", nennt Hans-Jörg Schaefer vom Vorstand das. "Ein ,synthetischer' Fonds der drei Werte wäre ein tolles Investment mit einer höheren Risikostreuung als eine Investition in einen Einzelwert gewesen", gibt er Aktienneulingen und Aktienmuffeln, die demnächst aktiv werden wollen, mit auf den Weg.

Die Bayer-Aktie Wolfgang Müller, VR-Bank: Auch wenn die vor ca. 14 Monaten erwartete Erholung die Bayer-Aktie um mehr als 30 Prozent auf ein Sommerhoch von ca. 123 Euro stiegen lies, notiert sie derzeit mit ca. 105 Euro nur noch moderat über dem Jahresanfangsstand und konnte damit weder mit der allgemeinen Marktentwicklung noch annähernd mit der Performance der Lanxess- und Covestro-Aktie mithalten. Nach einer zwischenzeitlichen Prognoseanhebung im 1. Halbjahr führte die Gewinnwarnung vom Juli zu einer deutlichen Kurskorrektur. Gegenwind gab es auch durch die Diskussionen um den von Monsanto vertriebenen Unkrautvernichter Glyphosat und durch ein Urteil eines amerikanischen Gerichts zu dem umsatzstärksten Bayer-Medikament Xarelto, das Bayer und Vertriebspartner Johnson&Johnson zu einer Millionen-Strafe verurteilt hat. Über die weitere Kursentwicklung wird auch die Höhe der im Frühjahr geplanten Kapitalerhöhung, die zur teilweisen Finanzierung der Monsanto-Übernahme erforderlich ist, entscheiden. Vermutlich müssen Bayer-Aktionäre Geduld mitbringen (und sich mit Dividendenzahlungen trösten), bis der von der DZ Bank ermittelte faire Wert von 122 Euro wieder erreicht wird. Vielleicht ist die Aktie als Drittplazierter in unserem "kleinen Börsenspiel" auf dem aktuellen Niveau für Anleger mit einem längeren Anlagehorizont ein lukratives Investment, erst recht, wenn die Konzern-Erwartung nach positiven Wachstumsperspektiven der Agrochemie geteilt wird. Die Börsenampeln stehen aufgrund der guten Verfassung der Weltwirtschaft und der nicht enden wollenden Ära des billigen Geldes immer noch auf Grün. Damit bleibt die Aktienanlage für den ertragsorientierten Anleger weiterhin alternativlos.   

Platz drei: Die Bayer-Aktie kam mit 123,75 ins Börsenspiel, verlor zwischendurch deutlich, erholte sich und lag am Stichtag bei 106,25 Euro. Ein Minus von 14 Prozent.

Die Lanxess-Aktie (von Hans-Jörg Schaefer, VR-Bank): Anfang Dezember 2015, also vor gut zwei Jahren, startete das "kleine Börsenspiel" mit den drei heimischen Werten Bayer, Lanxess und Covestro. Ich hatte damals auf Lanxess gesetzt, da ich dem Unternehmen unter seinem zurückgekehrten Chef Matthias Zachert eine überdurchschnittliche Performance zutraute. Seither ist viel passiert: Die Erwartungen an Lanxess haben sich weitgehend erfüllt und auch heute traue ich dem Unternehmen im Einklang mit den meisten Analysten mittelfristig eine überdurchschnittliche Performance zu, da der Anpassungsprozess auf dem Weg zu "New Lanxess" bislang erfolgreich verlaufen ist. Seit dem Start des "Börsenspiels" am 2. Dezember 2015 hat sich der Kurs der Aktie von seinerzeit 46,64 Euro auf nun 64,70 Euro am 13. Dezember gesteigert, die Aktie hat also in den zwei Jahren mit etwa 39 Prozent performt. Ein aktuelles Kursziel für die Lanxess-Aktie sehe ich bei etwa 74 Euro. In Zeiten politisch motivierter extremer Niedrigzinsen zeigt diese Entwicklung exemplarisch die hohe Bedeutung einer Anlagestrategie (auch) mit Aktien, wobei dem langfristig orientierten Anleger zur Risikostreuung vorrangig gute Aktienfonds wie z.B. der Union Investment empfohlen werden sollten. Auch nach der während des Zeitraums unseres "Börsenspiels" vollzogenen Fusion der ehemaligen Volksbank Rhein-Wupper eG zur neuen VR Bank eG Bergisch Gladbach-Leverkusen bleibt meine Empfehlung unverändert: Eine langfristige Anlagestrategie kann in der wohl noch lange anhaltenden Niedrigzinsphase nur mit einer stärkeren Beimischung von Aktien erfolgreich sein." 

Platz zwei: Die Lanxess-Aktie ist am 2. Dezember 2015 mit 46,64 Euro gestartet und legte bis zum 13. Dezember 2017 auf 64,70 zu. Ein Plus von 39 Prozent.

 

Die Covestro-Aktie (von Ludmilla Hauser, RP-Redakteurin): Zwei Jahre, zwei Banker, ein Laie und imaginäres Geld, das virtuell in Börsenpapiere dreier Leverkusener Unternehmen investiert wird. Klar, wer da den Kürzeren zieht. – Oder eben nicht. Die beiden Banker setzten auf Bewährtes: Aktien von Bayer und Lanxess. Für mich, den sicherheitsorientierten Laien, blieb Börsenneuling Covestro. Wie dessen Aktien sich entwickeln würden? Ein absolutes Wagnis. Da braucht's Vertrauen. Kurz nach Start des Börsenspiels stieg das Covestro-Papier in den MDax auf. Der ursprüngliche Einstiegskurs von um die 24 Euro hat sich in der Zwischenzeit mehr als verdreifacht auf rund 85 Euro zum Stichtag 13. Dezember. Im Vergleich zum Start unseres Börsenspiels im Dezember 2015 hatte sich die "Performance", wie die Fachleute sagen, bei 142 Prozent einsortiert. Und – ein bisschen Freude und Genugtuung darf sein – hat die beiden Konkurrenten locker, man möchte fast sagen haushoch, geschlagen.
Aber mal ehrlich: Mit dieser Entwicklung, mit der die drei Teilnehmer dieses virtuellen Börsenspiels nicht gerechnet hatten, zumal die ehemalige Kunststoffsparte von Bayer in einem eher volatilen Markt zu Hause ist. Ob das Covestro-Management mit diesem Erfolg wohl selbst gerechnet hat? Börsianer trauen dem Papier des Werkstoffherstellers zu, in den nächsten Jahren möglicherweise sogar in den Dax, den wichtigsten Deutschen Aktienindex aufzusteigen. Aus dem war vor ein paar Jahren Lanxess nach einem Gastspiel wieder in den M-Dax verwiesen worden. Covestro wäre dann in bester Gesellschaft – nämlich der des einstigen Mutterkonzerns Bayer, der dort notiert ist. Ob es so kommen wird… ist Zukunftsmusik. Denn ein Börsianer Banker oder Laie hat eines nicht – eine Aktienglaskugel.   

Platz eins: Das Börsenpapier von Covestro stieg mit 35,10 Euro ins Spiel ein und kam zum Stichtag Mitte Dezember nun auf 84,97 Euro- Ein Plus von 142 Prozent.

 


 

 

Quelle: RP
 
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