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Leverkusen
Rückzug vom Torhaus - Stadt setzt auf Private

Leverkusen: Rückzug vom Torhaus - Stadt setzt auf Private
So sollte das Torhaus nach ursprünglichen Plänen aussehen. Die Stadtverwaltung sollte dort einziehen, doch daraus wird nun offenbar nichts. FOTO: Op Plus
Leverkusen. Gräben im Streit um das Projekt eines Verwaltungsbaus vertiefen sich weiter. CDU und Grüne vor der Trennung? Von Ulrich Schütz

Im Bauausschuss flammte am Dienstag kurz die ewige Rivalität zwischen Politikern von Alt-Leverkusen und den Fans der Ex-Kreisstadt Opladen auf. Der Anlass: Die derzeitige Diskussion um das "Torhaus", wie der gewünschte städtische Verwaltungsbau an der Bahnhofsbrücke Opladen genannt wird. Die Abstimmung im Bauausschuss zeigt: Eine große Mehrheit in den Fraktionen will die Idee aufgeben, dass die Stadt oder die stadteigene Wohnungsgesellschaft (WGL) das Millionenprojekt finanzieren. Jetzt setzen die Politiker auf Privatinvestoren.

Grünen-Politiker Klaus Wolf markierte mit seinem Redebeitrag die neue politische Linie: Die Stadt soll ihre Finanzmittel für die Sanierung der City C (Bereich von Sparkassen-Zentrale bis Rathaus-Galerie) bündeln. "In der City C ist die Stadt wahrscheinlich als Ankermieter nötig", sagte Wolf, "in Opladen können wir auf Fremdinvestoren setzen." Grünen-Fraktionsvorsitzende Roswitha Arnold ergänzte in der Sitzung am Dienstag: "Was wir uns alle gewünscht haben, können wir als Stadt nicht finanzieren." Die Rahmenbedingungen hätten sich eben geändert. Über den von der Stadtspitze initiierten Ausstieg aus der städtischen Torhaus-Planung ist das Bündnis CDU-Grüne-Opladen Plus vor wenigen Tagen zerbrochen (wir berichteten).

Auch die Trennung von CDU und Grünen sei übrigens "nur noch eine Frage der Zeit", sagte gestern ein Grünen-Politiker im Vier-Augen-Gespräch. Lange werde dies nicht mehr dauern, "trotz des Dementis der Fraktionsvorsitzenden Roswitha Arnold".

Auch der Opladener CDU-Ratsherr Bernd Miesen sieht keine Realisierungschancen für einen städtischen Verwaltungsbau an der Bahnhofsbrücke. Miete sich die Stadt dort ein, kletterten die Kosten für die Stadtbüros von heute 800.000 Euro auf 1,1 Millionen Euro. CDU-Ratsherr Paul Hebbel hält diese Kostenberechnungen für aufgebläht. Die Stadtfirma WGL komme auf eine Quadratmetermiete von 28 Euro, weil sie ihrer eigenen "Mutter", der Stadt, ein Mietausfallrisiko von fünf Prozent und Kapitalkosten von vier Prozent abnehmen wolle. (Marktüblich sind bis zu 15 Euro pro Quadratmeter). Die WGL-Rechnung habe mit der Realität nichts zu tun. Die Stadt sei ein begehrter Mieter, einen Mietausfall müsse man nicht befürchten. Und langfristig könne sich die WGL sicher Geld schon für ein Prozent Kapitalkosten besorgen. Die hohen Mieten würden gezielt ins Spiel gebracht, um die Stadträte zur Ablehnung des Torhausplanes zu bewegen, sagte Hebbel. Die Chance, viele verstreute Stadtverwaltungsstandorte in Opladen zu konzentrieren, werde vertan.

Die Bilanz: Die Stadt zieht sich als Investor für das "Torhaus" zwar zurück, erwartet aber, dass Privatunternehmen das Areal an der Bahnhofsbrücke nutzen, etwa für einen Hotelbau.

Quelle: RP
 
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