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Rüdiger Scholz (CDU)

Leverkusen. Es war ein im wahren Wortsinn erhebender Moment an jedem 10. November 1990, als Rüdiger Scholz gemeinsam mit vielen anderen Menschen nahe dem Brandenburger Tor hoch oben auf der Mauer stand, die am Tag zuvor geöffnet worden war. "Jetzt ist geschehen, wofür du immer gekämpft hast", schoss es ihm durch den Kopf, "diese Mauer kann jetzt niemand mehr schließen." Die Erinnerung an eine politische Zeitenwende prägt ihn ebenso wie die an die frühe Zeit seines Lebens, als die Mauer noch stand. Denn den "realexistierenden Sozialismus" hat Scholz schon früh und hautnah erleben müssen, bei regelmäßigen Verwandtenbesuchen in der damaligen DDR. Die Erinnerung beginnt genau genommen schon vor seiner Geburt, als der Vater, ein Handwerker und passionierter Jazzmusiker, Bitterfeld/Wolfen, vor allem aber dem Sozialismus in den frühen 50ern den Rücken kehrte und ein freies Leben im Westen wählte.

Ein politischer Ideologe ist Scholz deswegen aber nicht, eher jemand, der politisch klar verortet ist. Und gut vernetzt. Mit 22 Jahren trat er in die CDU ein und damals noch automatisch in die Junge Union. Spätere Ministerpräsidenten, Minister, Staatsminister, wie Roland Koch, Hermann Gröhe, Roland Profalla, Peter Altmaier und Joachim Hermann waren seine frühen politischen Weggefährten, nachdem Scholz 1987 hauptamtlicher Pressesprecher des Bundesverbandes der Jungen Union in Bonn geworden war. Pressesprecher sollte der doppelt examinierte Lehrer für Biologie und Erdkunde auch weiterhin bleiben, erst für die CDU in Thüringen (1992-1994), später in Brandenburg (2004-2009). Seit 2010 ist der gebürtige Kölner Lehrer an einer Realschule in Wuppertal. Kein Wunder also, dass ihm die Bildungspolitik besonders am Herzen liegt. "Wir müssen aufhören, Förderschulen zu schließen, solange die Inklusion nicht an den Schulen angekommen ist", sagt er und kritisiert Missstände, die er aus eigenem Erleben kennt: "Unterrichtsausfall wird einfach kaschiert."

Rüdiger Scholz ist viel herumgekommen und doch heimatverbunden geblieben. Im Alter von zwei Jahren zog er mit seinen Eltern nach Leverkusen. In Rheindorf hat er eine Heimat gefunden. Wähler honorierten das, als er 1999 als Stadtratskandidat der SPD den Wahlkreis abnahm. 2004, 2009 und 2015 wiederholte er seinen Erfolg als Direktkandidat für das Rathaus. Seiner Heimatstadt ist er auch als langjähriger Vorsitzender des Partnerstadtvereins Leverkusen Ratibor (Oberschlesien) und als Vorsitzender der "Bürgerfunker" verbunden. Beim A 1-Ausbau will er sich für eine Tunnellösung stark machen. "Die Stelze wäre eine Katastrophe", sagt er. Bernd Bussang

Rüdiger Scholz ist 59 Jahre alt +++ geboren in Köln +++ Lehrer für Erdkunde und Biologie+++ CDU-Mitglied seit 1979 +++ ledig +++++++ Ratsmitglied +++++Sportpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion

Quelle: RP
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