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Leverkusen
Saisonauftakt: Stadt hat genügend Bademeister

Leverkusen: Saisonauftakt: Stadt hat genügend Bademeister
Schwimmmeister Sebastian Frohn reinigt mit Hilfe eines Bodensaugers im Freizeitbad Calevornia den Grund des Schwimmbeckens. Am Wochenende wird der Außenbereich an der Bismarckstraße für die Sommersaison geöffnet. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Die Leverkusener Bäderbetriebe sind dem Fachkräftemangel frühzeitig begegnet und haben genügend Bademeister. Von Susanne Genath

Die Freibadsaison steht vor der Tür. Während einige Gemeinden noch händeringend Bademeister suchen, ist Leverkusen gut aufgestellt. "Wir haben alle 22 Vollzeitstellen besetzt", berichtet Dieter Scholz vom Sportpark Leverkusen. Man habe frühzeitig vorgebeugt. "Die vergangenen zwei Jahre haben wir verstärkt junge Leute für unsere Bäder eingestellt." Und so könne man guten Gewissens die Außenbecken öffnen: im Freizeitbad Calevornia in Wiesdorf (Bismarckstraße 182) bereits diesen Samstag, 14. Mai; im Opladener Freibad Wiembachtal (Talstraße 62) am Samstag, 28. Mai. Doch warum kommt es überhaupt zu einem Fachkräftemangel bei Bademeistern, die für viele doch einen Traumjob am Beckenrand haben?

Traumjob? Ja und nein, sagt Scholz. "Wenn andere feiern und in der Sonne schwelgen, stehen die Bademeister am Beckenrand und passen auf." Nicht immer ein dankbarer Job. "Der Fachkräftemangel zieht sich wie ein roter Faden nun mal durch das gesamte Handwerk." Immerhin bezahle der Sportpark nach dem Tarif für den öffentlichen Dienst.

Ausbildung Den Beruf Bademeister gibt es nicht mehr. "Wir haben Schwimmmeister, Fachangestellte für Bäderbetriebe und Rettungsschwimmer", sagt Scholz. Alle passten am Beckenrand auf und seien für den Laien "Bademeister". Dabei sei die Qualifikation unterschiedlich. Den Rettungsschwimmer hätten alle, eine dreijährige Ausbildung führe zum Fachangestellten, eine zusätzliche zweijährige Fortbildung zum Schwimmmeister.

Aufgaben Während die Rettungsschwimmer für die Aufsicht eingestellt werden, müssen die Fachangestellten und Schwimmmeister auch Wasseraufbereitung, Hygiene und Reinigung im Auge haben. "Gerade die Reinigung gehört nicht zu den Lieblingsaufgaben", weiß Scholz. Neben Haargummis und Kettchen vom Beckengrund müssen auch schon mal menschliche Ausscheidungen aus dem Wasser entfernt werden. "Das Badewasser muss immer die gleiche Qualität haben", sagt der Sportpark-Mitarbeiter. Moderne Technik wie Aktivkohlefilter helfen dabei. Ständiger Chlorgeruch sei jedoch Schnee von gestern. "Chlor wird nur noch ganz gering eingesetzt." Statt dessen verwende man regenerative Stoffe.

Durchsetzungskraft Etwa die Hälfte der Bademeister ist weiblich. Sie wissen sich bei Badegästen genauso Gehör zu verschaffen wie männliche, sagt Scholz. "Meist reicht eine direkte Ansprache." Wobei ungebührliches Verhalten durch alle Altersklassen gehe. "Jugendliche sind natürlich wilder. Aber ein Bad ist ja auch dazu da, dass dort mal getobt werden kann."

Pommes Bademeister essen nicht den ganzen Tag Pommes oder Currywurst. "Sie essen meist selbst Mitgebrachtes und gesund", berichtet Scholz. Alle Mitarbeiter seien fit und müssten regelmäßig nachweisen, dass sie Menschen retten können. "Das heißt aber nicht, dass jeder aussehen muss wie Adonis. Auch mit ein paar Kilo mehr kann man Kondition haben."

Quelle: RP
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