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Leverkusen
Scheibs neuer Roman über Luthers Kindheit

Leverkusen. Autorin Asta Scheib stellte beim jüngsten Museum Litterale ihren neuen Roman "Sturm in den Himmel" erstmals öffentlich vor, Von Monika Klein

Sie sei süchtig nach Buchstaben, gesteht Asta Scheib auf ihrer eigenen Homepage. Insofern scheint nur ein R zu fehlen in ihrem Nachnamen. Buchhändler Manfred Gottschalk bezeichnete sie als eine der fleißigsten deutschen Autorinnen. Auf dem prall gefüllten Büchertisch im Vorraum seien nicht einmal sämtliche Werke vorrätig. Dafür andere Neuerscheinungen zum aktuellen Thema, dem sich auch Asta Scheib in ihrem jüngsten Opus "Sturm in den Himmel" gewidmet hat.

Eher zufällig und nicht aus Anlass des bevorstehenden Lutherjahres, hieß es bei ihrer Lesung im Spiegelsaal in der Reihe "Museum Litterale", wo sie den kürzlich erschienenen Roman erstmals öffentlich präsentierte. Dennoch passt es natürlich bestens wenige Wochen vor dem Reformationstag, an dem in der Evangelischen Kirche das "Lutherjahr" beginnt.

Am 31. Oktober 2017, dem 500. Jahrestag des Thesenanschlags an der Schlosskirche zu Wittenberg, wird das eigentliche Reformationsjubiläum gefeiert. Dazu wird es sogar einmalig einen Feiertag geben. Während zahlreiche Bücher und Biografien das Hauptaugenmerk auf den Reformator richten, hat sich Asta Scheib in ihrem umfangreichen Buch auf den jungen Luther konzentriert. Aufgewachsen in einem angesehenen Elternhaus, der Vater war einer der vier Bürgerschaftsvertreter in Mansfeld, wurde der kleine, schmächtige Martin bereits als Viereinhalbjähriger zur Schule geschickt. Sie sei darüber auch erstaunt gewesen, sagte die Autorin, die zwischen den gelesenen Abschnitten aufblickte, um die Ergebnisse ihrer persönlichen Spurensuche zu erklären oder Zwischentexte zusammenzufassen. Es sei belegt: So einen klugen Kopf habe es vorher nicht in der Familie gegeben. Nach dem Wunsch der Eltern sollte er Jurist werden.

In schlichter und manchmal etwas altertümlicher Sprache erzählt sie Begebenheiten und Anekdoten aus Luthers Kindheit. Ständig lässt sie die Erziehung zur Gottesfürchtigkeit durchklingen. Wobei die Betonung auf Furcht liegt. Von den Eltern fühlte sich Martin demnach oft missverstanden oder zu Unrecht getadelt und mit der Rute bestraft. Und man hatte ihm eingebläut, dass der Teufel die bösen Kinder hole. Doch "Martin liebte sein Elternhaus", schreibt die Autorin. Dennoch versuchte er auszureißen und gelangte angeblich früh zur Erkenntnis: "Heimat ist nur in dir drinnen".

Immerhin nahm ihn der Großvater in Schutz und befand: "Meine Enkel sollen keine Duckmäuser werden, sie sollen sich austoben." Ein Satz, der nachklingt, wenn man sein weiteres Leben bedenkt. Das des Heranwachsenden, und die große Liebe eines Mädchens erzählt Scheib, die auch ein Buch über Katharina von Bora geschrieben hat, ebenfalls in ihrem Roman.

Quelle: RP
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