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Leverkusen
"Schlafstadt" Lev: Übernachtungszahl steigt

Leverkusen: "Schlafstadt" Lev: Übernachtungszahl steigt
FOTO: Spreadshirt
Leverkusen. Die Zahl der Übernachtungen in der Stadt ist 2015 um mehr als sieben Prozent gestiegen. Hoteliers profitieren von der Nähe zu Köln, der BayArena und Kulturveranstaltungen. Von Ludmilla Hauser und Roman Zilles

Die Stadt genießt nicht den Ruf als Touristen-Magnet. Noch nicht. Denn wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mitteilt, wird Leverkusen als Ziel für Urlauber und Geschäftsreisende beliebter. Unter Berufung auf "Beherbergungszahlen" des Statistischen Landesamts berichtet die NGG, dass im vergangenen Jahr 252.000 Übernachtungen in Leverkusen gezählt worden seien. Dies käme einem Anstieg um 7,3 Prozent gegenüber 2014 gleich. Und schon da beherbergte Leverkusen viele ausländische Gästen: Die Spitzenposition hatten laut Jahrbuch der Stadt Gäste aus Fernost inne: 6897 Mal übernachteten Chinesen in der Stadt, gefolgt vom Vereinigten Königreich (4695) - und dass, obwohl die Werkself in dem Jahr kein Champions-League-Spiel gegen eine britische Mannschaft in der BayArena zu bestehen hatte. Auf den Plätzen drei, vier und fünf folgten die Niederlande (4246), Frankreich (2258) und Belgien (1799). Schlusslicht war Island (15).

Dass die Übernachtungszahlen steigen, kann Ludger Janning, Chef des Hotels "16" an der Bahnhofstraße in Opladen bestätigen. Seit er das Haus, ehemals Astor, 2011 übernahm, "sind die Übernachtungszahlen bei uns in jedem Jahr gestiegen", erzählt der Hotelier. "Wir sind mit der Belegung sehr zufrieden." Die teilt sich in "in der Woche" mit Geschäftskunden und Messegästen und "Wochenende" mit Privatkunden auf. Ob der Tourismus wegen des Anstieges an Übernachtungen boomt, vermag Janning nicht zu sagen, aber er weiß, aus welchen Gründen seine Gäste zu ihm kommen: etwa aus familiärem Anlass. "Es gibt große Senioreneinrichtungen in der Umgebung, zu deren Bewohnern Gäste anreisen." Daneben beherbergt das "16" Gäste, die etwa zu Bayer-04-Spielen kommen oder zu Veranstaltungen im Forum. "Und dann suchen sich Gäste bewusst Leverkusen aus, weil sie sagen: Die Hotels hier sind günstiger als in Köln." Sein Hotel habe in der Hinsicht den Standortvorteil Bahnhofsnähe.

Kaum Touristen, dafür aber viele Geschäftskunden übernachten im Kasino Hotel der Bayer Gastronomie - hauptsächlich unter der Woche, berichtet Felix Hinrichs, Leiter des Geschäftsbereichs Hospitality. Viele Gäste kämen aus Großbritannien, Frankreich, Spanien, den USA. Sie nutzten etwa die Nähe zur Kölnmesse. Einen auffälligen Anstieg der Gäste verzeichnet Hinrichs nicht. "Wir sind generell in der Woche gut ausgebucht." Auch im Lindner-Hotel an der BayArena steigen hauptsächlich Business-Gäste ab, zu den Spielen vermehrt Fußballfans, zur Adventszeit Weihnachtsmarkttouristen, heißt es von Lindner.

Währenddessen hat die Gewerkschaft einen anderen Aspekt der steigenden Übernachtungszahlen im Sinn: "Steigende Umsätze müssten sich auch in den Portemonnaies der Beschäftigten wiederfinden", fordert sie. "Denn die Mitarbeiter in Hotels, Restaurants und Kneipen sind es, die den regionalen Tourismus zu einer Wachstumsbranche machen", sagt Mohamed Boudih, Geschäftsführer der NGG Köln. Die Gewerkschaft verlangte jetzt in der Tarifrunde fürs NRW-Gastgewerbe 5,5 Prozent mehr Lohn. Erreicht hat sie drei Prozent mehr für alle, aber August 2017 weitere 2,8 Prozent. Laut Gewerkschaft profitierten in Leverkusen 3560 Menschen vom Lohn-Plus.

Dass sich Leverkusen zur Genuss- und Freizeitstadt geriert, dazu will auch die Stadt beitragen: Sie startete 2014 die Kampagne "Lust auf Leverkusen". Den Anstoß gab der Stadtrat 2013 mit dem Auftrag, die Stadt solle "ein Konzept zur Vermarktung des Naherholungsstandortes Leverkusen" erarbeiten. Seitdem kann jeder Bürger zu mehr Tourismus in der Stadt beitragen; Per Gutscheinheft "Leverkusen - das ist meine Stadt". Das soll Leverkusener beflügeln, mit ihren auswärtigen Gästen eine Tour durch die Stadt zu machen. Das Heft enthält Coupons, die je als Eintritt für zwei Personen gelten, aber eben nur einer von beiden zahlt.

Quelle: RP
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