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Leverkusen
Schlebuscher Volksfest hautnah: von Robert Stolz bis Riesenseifenblase

Leverkusen. Die 15.000 Glühbirnen des 38 Meter hohen Riesenrades leuchteten noch nicht auf dem Marktplatz in Schlebusch. Die "Break Dance"-Gondeln, die sich mit 14 Umdrehungen pro Minute um die eigene Achse drehen, standen ebenso still wie die Extrem-Schaukel "Big Wave". Kein Wunder, für großes Kirmes- und Jahrmarkttreiben war es am Samstagmittag einfach noch zu früh. So richtig was los war hingegen schon am Lindenplatz. Dort drehten Kinder eine Runde nach der anderen auf dem Karussell, während Eltern in Ruhe zusahen. Andere Besucher des 33. Schlebuscher Schützen- und Volksfestes bevölkerten die Eiscafés, es in der Mittagssonne gab es deshalb kaum einen freien Platz. Von Gabi Knops-Feiler

Die Wartezeit ließ sich also prima für einen Bummel über den Trödel- und Kunsthandwerkermarkt nutzen. Dabei zeigte sich zwar, dass die echten Händler, die noch Schätzchen von Omas Dachboden verkaufen wollten, in der absoluten Minderheit waren. Doch es gab sie. An einem Stand wurden etwa alte Langspielplatten von Robert Stolz wie "Im Zauberreich der Wiener Walzerkönige" und von Filz umhüllte Zwergen-Lampen angeboten. Am liebsten hätte Elisabeth Richartz aus Manfort, die in der Stadt als "Igelmutter" bekannt ist, alles umgehend verkauft. Schließlich sollte der Erlös ihren stacheligen Freunden zugutekommen. Doch Richartz stöhnte: "Man merkt, dass die Leute am Monatsende kein Geld mehr haben" und fügte hinzu: "Im nächsten Jahr mache ich das nicht mehr."

Einige Meter weiter hatte Anwohnerin Sabine Möders ihren Stand aufgebaut. Von Anfang an sei sie dabei, sagte sie. "Aus Hobby und Tradition", ergänzte die Angestellte des Amtsgerichtes. Neben einigem Trödel hatte sie selbst genähte Puppenkleider und gestrickte Kinderpullis anzubieten. Ihr gehe es nicht darum, reich zu werden, das sei bei Puppenkleidern, von denen das teuerste zehn Euro koste, schwerlich möglich. Sie wolle nur die Ausgaben für den Stoff reinholen, und das gelinge ihr immer. "Kinder bringen ihre Puppen, um sie anzukleiden, ältere Damen kommen mit Teddys oder Stofftieren", sagte sie, während die Klänge eines Akkordeon-Spielers zu hören waren, der die Herz-Schmerz-Polka dudelte.

Quelle: RP
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